HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT in der Bundesrepublik Deutschland!

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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 5:41 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html#post368789 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 401 – Beitrag von »martini« vom Donnerstag, 14. Februar 2013, um 07:52 Uhr:

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In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


In Bezug auf Beitrag 402 ( oben ).


Wie kann man jemanden zu etwas zwingen fragt Frau »xyz« in Deutschland.
Wie kann man jemanden zwingen zu zahlen fragt Frau »xyz« in Deutschland.
Wie kann ein Parlament / ein Gesetzgeber oder ein Tribunal einen Verbrecher und Schädiger in die Pflicht nehmen fragt somit Frau »xyz« in Deutschland.
Wie kann die Bevölkerung eines Landes seine Regierenden in die Pflicht nehmen fragt somit Frau »xyz« in Deutschland.


…und sie fragt dies einen Australier in Australien.



Ein paar Beispiele zu dem was generell in Deutschland geschehen muß um etwas zu ändern und zu erzielen:



KAPITALFEIND BLOG ( 03.02.2011, 11:06 ) @ http://kapitalfeind.blog.de/2011/02/03/neue-gastarbeiter-10503743/

»Es mangelt der Industrie nicht an Fachkräften, sondern es mangelt ihr an Fachkräften, die bereit sind, für einen Hungerlohn zu arbeiten. Die Arbeitgeber müssen gezwungen werden mehr Ausbildungsplätze zu schaffen und sie müssen dazu gezwungen werden die gering Qualifizierten weiter zu qualifizieren, damit qualifizierte Tätigkeiten von einheimischen Arbeitskräften ausgeführt werden können, welche sonst in die Arbeitslosigkeit gehen würden.«



Ein Leserkommentar im SPIEGEL ONLINE @ http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/aigner-straeubt-sich-gegen-neue-gentechnik-regeln-der-eu-a-838063.html

»4. Kennzeichnung
demo_kratie [ @ http://forum.spiegel.de/member.php?u=244053 ] 11.06.2012
Von mir aus sollen die Großkonzerne ihre Nahrungsangebote verunreinigen wie sie wollen. Nur sie müssen dazu gezwungen werden es eindeutig, gut sichtbar und ohne Ausnahme zu Kennzeichnen. Ist ja auch kein Problem, wenn alles so gesund ist oder? Im Gegenteil für Einige ist es vielleicht sogar ein Qualitätsmerkmal.«




POLITIK - MEINUNGZEIT ONLINE ( 01.05.2008, 14:00 ) @ http://www.zeit.de/2008/19/Arabische_Meinungswuesten

»Tatsächlich hat die Demokratie zwischen Kairo [ @ http://www.zeit.de/schlagworte/orte/kairo ] und Maskat in den vergangenen Jahren wenig Fortschritte gemacht. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Arbeitslosigkeit und Armut spielen eine Rolle, genauso wie die Schwäche der Akteure, die die Demokratisierung vorantreiben müssten. Denn freiwillig werden die Herrscher ihre undemokratischen Regime niemals erneuern. Sie müssen dazu gezwungen werden. Entweder durch eine Mittelklasse, die für ihre bürgerlichen und politischen Rechte kämpfen will, oder durch demokratische Bewegungen, die breite Unterstützung im Volk genießen.«



Jürgen Haidvolgels Blog ( 31.03.2012 ) @ http://haidvoglkonkret.blogspot.com.au/2012_03_01_archive.html

»Weiters führt kein Weg an einer kompletten Offenlegung der Parteispenden vorbei. Dies sollte nicht nur die Parteien selbst betreffen, sondern auch deren Vorfeldorganisationen. Um das ganze noch abzurunden, brauchen wir den gläsernen Politiker. Sie müssen dazu gezwungen werden sämtliche Einkommen offen zu legen. Nicht nur die Höhe, sondern auch woher diese stammen.«
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Und das – insgesamt – ist meine Antwort zu dieser Frage von Frau »xyz« „Wie willst du jemanden zwingen, zu zahlen?“.

Mich erstaunt wie relativ selten diese Phrase „sie müssen dazu gezwungen werden“ im deutschsprachigen GOOGLE-Index vorkommt. Schon das allein sagt mir viel über die Denkweise und den Willen der Deutschen oder, überhaupt, der deutschsprachigen Bevölkerung in Europa, etwas zu tun. --- Wo kein Wille ist, wird sich auch kein Weg auftun! ( abgeleitet von „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ ).

Das Problem und die Antwort zur Resolution dieses Problems liegt also einzig und allein – wie in vielen anderen Dingen auch – bei den Deutschen in Deutschland selbst. Sie müssen aufhören sich alles gefallen zu lassen.

Und zu dem seitherigen Beitrag von Herrn »Klaus1946« – Beitrag 403 – ist zu sagen:

Nein, die Liste der nachkriegsdeutschen »Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen« ist nicht vollständig; die Liste der nachkriegsdeutschen »Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen« ist vollkommen unvollständig. Die Liste konzentriert sich aber auch, aus gutem Grund, momentan, hauptsächlich auf industrielle Geschäftsunternehmen und europaweite und internationale Großbetriebe, die sich diese Zwangsarbeit zum Nutzen gemacht haben. Um diese Liste zu vervollständigen brauch der Australier Martin MITCHELL / »martini« die Hilfe der Deutschen --- und er hat über die Jahre hinweg immer wieder öffentlich um diese Hilfe gebeten, aber bisher weitgehend vergeblich. Das diese Liste der nachkriegsdeutschen »Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen« also immer noch vollkommen unvollständig ist liegt nicht an dem Australier. Es liegt an den Deutschen selbst.

Die Deutschen sagen immer nur „Es tut sich nichts.“, aber sie bewegen sich nicht und sie sind nicht motiviert etwas zu tun und etwas zu bewegen.
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 7:58 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html?s=ff69217f004738d9bc244c63f97104a42f9478f9#post368803 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 405 – Beitrag von der Boardnutzer »Zuma« vom Donnerstag, 13. Februar 2013, um 12:17 Uhr:


[ In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil. ]



Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!

Leni

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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 8:58 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html#post369008 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 411 – Beitrag von »martini« vom Samstag, 16. Februar 2013, um 07:01 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.

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Zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter.

Weiterführend zu Beitrag 389 ( oben auf Seite 13 dieses Threads ).

re the Catholic Magdalene Sisters Laundries in Ireland ( existing also in various other countries throughout the world, including Germany, and were always run entirely with the use of slave labour - and not any of these slave labourers received any pay )

re den katholischen Großwäschereien der [Un]Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz in Irland ( die aber auch in verschiedenen anderen Ländern der Welt, einschließlich in Deutschland, existierten und immer, einzig und allein, mit jugendlichen Zwangarbeiterinnen betrieben wurden - und dies überall völlig ohne Lohn )


WIKIPEDIA @ http://en.wikipedia.org/wiki/Magdalene_asylum ( mit zwei Fotos im Original )

Auszug ( in ENGLISCH ! )
[ Leider gibt es diese Information bisher nicht in DEUTSCH ! ]

Magdalene asylum [ i.e. Magdalene laundries ]

[ ……… ]

International law

[ Internationales Recht und Gesetz : Völkerrecht ]

Having lobbied the government of Ireland for two years to investigate the history of the Magdalene laundries, advocacy group Justice for Magdalenes presented its case to the United Nations Committee Against Torture [ @ http://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Convention_Against_Torture ],[3]alleging that the conditions within the Magdalene laundries and the exploitation of their labourers amounted to human-rights violations.[3] On 6 June 2011, the panel urged Ireland to "investigate allegations that for decades women and girls sent to work in Catholic laundries were tortured."[20][21] In response the Irish government set up a committee chaired by Senator Martin McAleese @ [ http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_McAleese ], to establish the facts of the Irish state's involvement with the Magdalene laundries.[22]
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QUELLE: WIKIPEDIA @ http://en.wikipedia.org/wiki/Magdalene_asylum ( Stand: 14 February 2013 at 07:51 )
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 9:37 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html#post369013 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 412 – Beitrag von der Boardnutzerin »kliv« vom Samstag, 16. Februar 2013, um 09:23 Uhr:


[ In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil. ]



Hallo Martini,

was die Deutschen angeht - es sind nicht alle so untätig. Feststellen muss ich aber auch, dass es unheimlich schwer ist, überhaupt Mitstreiter zu finden. Oft weigern sich Menschen sogar, obwohl sie selbst betroffen sind.

Viele sind in der Tat untätig und warten scheinbar darauf, dass andere das schon machen. Machen andere etwas, wird darüber hergezogen und gelästert.

Die Menschen, die aber etwas tun, tun das von ganzem Herzen. Das solltest du mit bedenken.

LG kliv

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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 11:06 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html#post369176 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 413 – Beitrag von »martini« vom Samstag, 16. Februar 2013, um 23:59 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.

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Zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter.

Weiterführend zu Beitrag 389 ( oben auf Seite 13 dieses Threads ) und Beitrag 411 ( oben auf Seite 14 dieses Threads )

re den katholischen Großwäschereien der [Un]Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz in Irland ( die aber auch in verschiedenen anderen Ländern der Welt, einschließlich in Deutschland, existierten und immer, einzig und allein, mit jugendlichen Zwangarbeiterinnen betrieben wurden - und dies überall völlig ohne Lohn )

re the Catholic Magdalene Sisters Laundries in Ireland ( existing also in various other countries throughout the world, including Germany, and were always run entirely with the use of slave labour - and not any of these slave labourers received any pay )

WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenheim ( ohne Fotos )

Auszug ( in DEUTSCH ! )
[ Nach langer Suche habe ich doch noch was in DEUTSCH dazu gefunden ! ]

Magdalenenheim [ i.e. Magdalene laundries ]

[ International law = Internationales Recht und Gesetz : Völkerrecht ... wird im deutschen Text diesbezüglich nicht erwähnt ]

Magdalenenheime waren Einrichtungen für so genannte „gefallene Frauen[ d.h. minderjährige junge Mädchen ! ] in Irland. Diese Heime wurden in der Regel von katholischen Orden geführt und unterstanden der römisch-katholischen Kirche. Die Insassen wurden meist gezwungen, ohne Lohn harte körperliche Arbeit z. B. in heimeigenen Wäschereien zu verrichten. Diese mussten entsprechend der katholischen Erziehungsethik Gehorsam leisten, Buße tun und wurden durch teilweise extreme Züchtigungen misshandelt. Solche Heime waren in Irland als Magdalene Laundries („Magdalenen-Wäschereien“) bekannt. Geschätzt wurde, dass bis zu 30.000 Frauen [ d.h. minderjährige junge Mädchen ! ] während der 150-jährigen Geschichte dieser Institutionen häufig gegen ihren Willen festgehalten wurden. Das letzte Magdalenenheim in Irland schloss am 25. September 1996. Im deutschen Sprachraum wurden die Einrichtungen durch den Film Die unbarmherzigen Schwestern [ @ http://de.wikipedia.org/wiki/Die_unbarmherzigen_Schwestern ] bekannt.

QUELLE: WIKIPEDIA @ http://en.wikipedia.org/wiki/Magdalene_asylum ( Stand: 11. Februar 2013, 03:54 --- ist aber nicht aktuell. Desweiteren ist dieser deutsche WIKIPEDIA-Text ist ziemlich leblos und nicht überall ganz den Tatsachen entsprechend – meine ich ).
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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Mi Jun 26, 2013 11:38 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 11:34 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index14.html#post369213 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 417 – Beitrag von »martini« vom Sonntag, 17. Februar 2013, um 12:51 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


Zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter.

Weiterführend zu Beitrag 389 ( oben auf Seite 13 dieses Threads ) und Beitrag 411 , Beitrag 413 und Beitrag 415 ( oben auf Seite 14 dieses Threads )

Genauso wie in den damaligen »Kinderheimhöllen in Deutschland und in Österreich« – d.h. in den »Kinderheimhöllen in dem angeblichen Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland« und in den »Kinderheimhöllen in dem angeblichen Rechtsstaat Bundesrepublik Österreich« …


mz-web.de - Mitteldeutsche Zeitung @ http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1360485244793&openMenu=1013083806405&calledPageId=1013083806405&listid=1018881578737

Magdalenen-Wäschereien

Die ausgebeuteten Frauen aus Irland

VON FIONA SMITH

10.02.2013, 09:54 Uhr; aktualisiert 10.02.2013, 11:19 Uhr

DUBLIN/DPA. Mary Merritt war 17, als sie das Kinderheim verlassen musste und in ein Kloster im Norden Dublins geschickt wurde. „Ich hatte Angst um mein Leben. Zwei Wochen lang habe ich keinen Ton gesagt. Sie dachten, ich sei taubstumm“, erzählt die heute 82-Jährige. „Ich wollte nicht dort sein.“ Merritt musste die nächsten 14 Jahre ihres Lebens in der Wäscherei des Klosters schuften. Sie wurde gezwungen zu bleiben - bezahlt wurde sie nie. „Wir sind da drin durch die Hölle gegangen“, berichtet sie.

Dieses Schicksal teilt Merritt mit Tausenden „gefallenen Frauen“ in Irland, die jahrelang in katholischen Arbeitshäusern entrechtet und ausgebeutet wurden. Ein Bericht einer von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission hat dies in dieser Woche offengelegt. Premierminister Enda Kenny sah sich umgehend zu einer Entschuldigung genötigt. Doch die vorsichtige, offenbar auf die Vermeidung von Schadensersatzansprüchen hin formulierte Beteuerung des Politikers ist den Frauen nicht genug.

Oft waren es unehelich geborene Mädchen oder Mütter unehelicher Kinder, die in den Magdalenen-Wäschereien von früh bis spät schwere körperliche Arbeit verrichten mussten. Das Sagen dort hatten Nonnen. Als rau und demütigend wird die Atmosphäre in den Arbeitshäusern beschrieben. Beschimpfungen gehörten zum Alltag, wie Überlebende berichteten. „Sie haben mir sogar den Namen genommen“, sagt Maureen Sullivan, eine der Betroffenen.

„Im Namen all dieser Frauen verlange ich eine Entschädigung, eine Entschuldigung von der Regierung, eine Entschuldigung von der Ordensgemeinschaft und eine Entschuldigung aus Rom“, erklärte Mary Merritt kürzlich im Abendprogramm des Fernsehsenders RTE. Damit nicht genug. „Ich will eine Rente. Ich habe 14 Jahre lang gearbeitet und keinen einzigen Penny dafür bekommen.“ Es gehe darum offenzulegen, „wie furchtbar diese Orte waren, wie grausam sie waren“, sagte Maureen Sullivan.

[ Der irische Premierminister ] Premier Kenny sagte, es tue ihm leid, dass Menschen so leben mussten. Er gestand auch ein, dass die Regierung ihre Hände im Spiel hatte. In ihrem Auftrag profitierten die Armee und andere Stellen von der günstigen Arbeit der Frauen im Arbeitsheim, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Auch große irische Wirtschaftsunternehmen sollen zu den Nutznießern gehören. „Das hätte nicht passieren dürfen und wir verstehen vollkommen, wie falsch und ernüchternd das gewesen sein muss“, heißt es einem Statement der Sisters of the Good Shepherd, eines der Orden, die in den Skandal verwickelt sind. Häufig sei den Frauen der wahre Grund ihres Aufenthaltes in den Klostereinrichtungen und auch die Dauer vorenthalten worden.

Für Merritt sind bedauernde Worte nicht genug. „Ich glaube nicht, dass wir eine angemessene Entschuldigung von [ dem irischen Premierminister ] Enda Kenny bekommen haben“, sagte sie. Kenny hat zu einer Debatte im Parlament eingeladen, allerdings erst in zwei Wochen. So sollten die Abgeordneten genug Zeit bekommen, um den 1000 Seiten langen Bericht zu verdauen.

Behandelt werden in dem Bericht einer Regierungskommission die Fälle von mehr als 10 000 Frauen zwischen 1922 und 1996. Deutlich wurde auch, dass ein Teil der Betroffenen von ihren eigenen Familien in die „Wäschereien“ geschickt wurde. Lange Jahre hatte die irische Regierung ihre Verstrickung in das ausbeuterische System geleugnet. Dem Bericht zufolge landete aber rund ein Viertel der Frauen aufgrund staatlicher Einweisungen in den Magdalenen-Heimen.

Gegründet wurde die katholische Einrichtung in den 1780er Jahren. Zunächst galt sie als Zufluchtsort für Prostituierte und Hilfsbedürftige. In den ersten und wohl auch in den letzten Jahren - endgültig schlossen die Arbeitshäuser 1996 ihre Pforten - konnten die Frauen kommen und gehen, wann sie wollten. Die längste Zeit aber wurden die Häuser als geschlossene Einrichtungen betrieben. Viele Ehemalige berichteten, sie seien gegen ihren Willen dort eingesperrt worden.

„Die Regierung muss sich jetzt mit all den Informationen, die nun zugänglich sind, befassen und darüber nachdenken, was getan werden kann, um den Menschen zu helfen, deren Leben durch die vielen Jahre in den Wäschereien zerstört wurden“, fordert Merritt, die nun schon 51 Jahre lang auf Gerechtigkeit wartet. Sie ist enttäuscht von der verhaltenen Reaktion Dublins auf den Bericht.

Die alte Dame erzählt, ihr sei einmal bei der Kartoffelernte die Flucht gelungen. Doch schon kurze Zeit später fing die Polizei sie wieder ein. „Bis heute kann ich nicht schlafen, wenn ich nachts daran denke.“ Sie erinnert sich noch, wie sie die Beamten anflehte: „Ich muss da raus. Ich habe nichts Schlimmes getan. Ich habe niemanden umgebracht.“ Selbst für Mord wäre sie keine 14 Jahre eingesperrt worden, sagt Merritt bitter.
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 12:20 pm

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Beitrag 424 – Beitrag von »martini« vom Montag, 18. Februar 2013, um 01:01 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


In Irland zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter – Initiative ausgehend von den USA.

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mz-web.de - Mitteldeutsche Zeitung @ http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1360485244793&openMenu=1013083806405&calledPageId=1013083806405&listid=1018881578737

Magdalenen-Wäschereien

Die ausgebeuteten Frauen aus Irland

VON FIONA SMITH

10.02.2013, 09:54 Uhr; aktualisiert 10.02.2013, 11:19 Uhr

DUBLIN/DPA. [ ……… ]

[ ……… ]
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In Irland zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter – Initiative ausgehend von den USA.


Sklavenarbeit in den Magdalene Wäschereien in Irland – d.h. Zwangsarbeit

in ENGLISH
magdalenelaundries.com @ http://www.magdalenelaundries.com/


in ENGLISH
Who we are = Wer wir sind @ http://www.magdalenelaundries.com/about.htm


in ENGLISH
What we do = Was wir tun @ http://www.magdalenelaundries.com/what.htm


In ENGLISH
State involvement in the Magdalene Laundries = Verwicklung des Staates in den Sklaverei-Magdalene-Wäschereien
http://www.magdalenelaundries.com/State_Involvement_in_the_Magdalene_Laundries_public.pdf ( 1.22 MB ) ( 175 pages in toto = ingesamt 175 Seiten )


in ENGLISH
Twitter @ https://twitter.com/search/%23justiceformagdalenesNOW


in ENGLISH
Follow us: @IrishCentral on Twitter | IrishCentral on Facebook


in ENGLISH
http://www.irishcentral.com/news/2000-Irish-children-were-illegally-adopted-in-US-from-Magdalene-Laundries-189789961.html ( long media report: 3 long pages in toto = langer Medienbericht: 3 lange Seiten insgesamt )


( ja, der englischen Spache mächtig zu sein würde so manch einem wirklich helfen )
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jun 26, 2013 1:10 pm

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index15.html#post369408 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 425 – Beitrag von »martini« vom Montag, 18. Februar 2013, um 23:29 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


In Irland zur Sprache gebracht aufgrund einer Initiative des UN-Komitees gegen Folter – Initiative ausgehend von den USA.



Frankfurter Allgemeine @ http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/katholische-maedchenheime-irischer-staat-massgeblich-in-zwangsarbeit-verwickelt-12053793.html

Politik

06.02.2013

Katholische Mädchenheime

„Irischer Staat maßgeblich in Zwangsarbeit verwickelt“

[ Genauso wie auch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und auch die Regierung der Bundesrepublik Österreich ! ]

Auf Drängen der UN hat die irische Regierung einen Untersuchungsbericht über die katholischen Magdalenenheime vorgelegt, wo tausende junge Frauen als billige Arbeitskräfte interniert worden waren. Eine Entschuldigung bekamen die Opfer nicht zu hören.

Von Jochen Buchsteiner, London

In Irland hat eine offizielle Kommission einen seit langem erwarteten Untersuchungsbericht vorgelegt, in dem eine „maßgebliche Verwicklung des Staates“ in das menschenrechtswidrige System der sogenannten „Magdalenen-Wäschereien“ festgestellt wird. Die Regierung in Dublin drückte ihr „Bedauern“ darüber aus, dass Tausende irische Frauen oft jahrelang Zwangsarbeit in kirchlich geführten Wäschereien verrichten mussten. Opfer reagierten enttäuscht, zum Teil empört auf die offizielle Reaktion und verlangten eine formelle Entschuldigung. Einige kündigten einen Hungerstreik an, sollte die Regierung keine Entschädigung zahlen.

Etwa 10.000 Frauen, vielfach Waisen und sogenannte „gefallene Mädchen“, waren zwischen den zwanziger und den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in eines der zehn katholischen Magdalenenheime Irlands eingewiesen worden, wo sie von den Ordensschwestern wie Sklaven gehalten wurden. Fast 1000 Zwangsarbeiterinnen verbrachten fast ihr ganzes Leben in den Einrichtungen; einige wurden in Dienstkleidung auf dem Gelände der Wäschereien bestattet. Mehr als 4000 Frauen, einige von ihnen im Kindesalter, waren länger als ein Jahr interniert. Die Opfer - „Maggies“ genannt und nach eigenen Angaben ihres Namens beraubt - wurden teilweise aus staatlichen Schulen herausgenommen und dem unbezahlten Arbeitsdienst zugeführt. Das letzte Magdalenenheim wurde erst 1996 geschlossen.

Kreuz in die Rippen

Der Untersuchungsbericht hält fest, dass mindestens 2500 Frauen von der Justiz eingewiesen wurden. Die Wäschereien erhielten lukrative Konzessionen, unter anderem für große Hotels und die irische Armee. Insassen, die vor der Zwangsarbeit flüchteten, wurden mit Hilfe der Polizei gesucht und zurückgebracht. Der Bericht korrigierte Annahmen, es seien bis zu 30.000 Frauen in den Wäschereien beschäftigt gewesen. Auch vorgetragene Vorwürfe körperlichen oder sexuellen Missbrauchs werden in dem Bericht nicht erhoben. Manche Opfer verwiesen jedoch unter anderem darauf, dass sie schlecht ernährt wurden und ihnen die beaufsichtigenden Nonnen bei nachlassendem Arbeitstempo ein Kreuz in die Rippen gestoßen haben.

Der Skandal wurde erst Anfang der neunziger Jahre öffentlich, als ein Schwesternorden in der Hauptstadt Dublin seine Räumlichkeiten an einen privaten Investor verkaufte und bei den anschließenden Bauarbeiten unmarkierte Gräber mit den Überresten von 155 Frauen entdeckt wurden. Trotz zahlreicher Dokumentationen in Zeitungen, im Fernsehen und im Kino weigerte sich der Staat lange Zeit, eine offizielle Untersuchung einzuleiten. Erst nachdem das Anti-Folter-Komitee der Vereinten Nationen Irland im Sommer 2011 zu einer Untersuchung drängte, wurde das Komitee unter Senator Martin McAleese gebildet. Noch in der Befragung vor dem UN-Komitee hatte der frühere Staatssekretär Sean Aylward behauptet, dass sich alle ihm bekannten Insassinnen freiwillig in den Heimen aufgehalten hätten.

Keine Entschuldigung des Ministerpräsidenten

„Die Mehrheit der Frauen, die mit dem Komitee zusammengearbeitet haben, sprachen über den Schmerz, den sie über den Freiheitsverlust empfanden“, heißt es in dem Abschlussbericht. „Sie wurden nicht darüber informiert, warum sie dort waren, wann sie entlassen werden, und durften keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen.“ Senator McAleese und seine Ko-Autoren drückten die Hoffnung aus, dass der Bericht Wunden heilen und den Seelenfrieden der Opfer wiederherstellen könnte.

Ministerpräsident Enda Kenny äußerte sich nach der Vorstellung des Berichts betroffen und sagte, die Heime hätten in einem „rauhen Irland“ operiert. Zu einer offiziellen Entschuldigung rang er sich jedoch nicht durch. Stattdessen hielt er fest, dass die Stigmatisierung der Frauen schon viel früher hätte beendet werden müssen. „Es tut mir sehr leid, dass dies nie passiert ist“, sagte er. Am Mittwoch [ 06.02.2013 ] stellte sich die größte irische Gewerkschaft hinter die Entschädigungsforderungen der Opfer. Demnächst soll der Bericht im irischen Parlament beraten werden.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: PICTURE ALLIANCE/AMPICS
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Beitragvon Martin MITCHELL » Do Jun 27, 2013 12:48 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index15.html#post369593 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 426 – Beitrag von »martini« vom Mittwoch, 20. Februar 2013, um 08:42 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


ZDF.de - frontal21
»Missbrauchte HeimkinderKaum Hilfe für die Opfer«

@ http://www.zdf.de/Frontal-21/Missbrauchte-Heimkinder-26687780.html

[ als Teil dieser Sendung am Dienstag, 19. Februar 2013 ]

Video-Interview ( VON WOLFGANG KRAMER )

Ein ausführliches Interview mit dem Erziehungswissenschaftler und Berater ehemaliger Heimkinder, Manfred Kappeler

Frontal21 im Interview mit Prof. Dr. Manfred Kappeler – 9 Min. und 12 Sek.

Dienstag, 19. Februar 2013

[ Niederschrift dieses Interviews ( Niederschrift aus privater Handseitens des Australiers Martin MITCHELL, Ehemaliges Heimkind, Jg. 1946 ) ]

INTERVIEWER: Was kritisieren Sie denn noch? – Es ist doch: Das Unrecht ist anerkannt und es gibt Geld.

PROF. KAPPELER: Ja.

INTERVIEWER: Was noch, was fehlt?

PROF. KAPPELER: Das Unrecht was anerkannt wird wird nicht in dem Sinne anerkannt wie die Vertreter der Ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch das gefordert haben. Zwar steht in den Preambeln des Abschlussberichtes „Unrecht und Leid is geschehen“, dass es anerkannt wird, es wird bedauert, aber der Kern dieses Unrechtes, die ZWANGSARBEIT der Jugendlichen und die verbotene Kinderarbeit, Arbeit der Kinder bis zum vierzehnten Lebensjahr – und die damit verbundene Vorenthaltung jeglicher Bildungschancen – wurde nicht anerkannt, ausdrücklich nicht anerkannt. Und das war die Hauptforderung der Ehemaligen Heimkinder. Und wenn diese Hauptforderung anerkannt worden wäre dann hätte auch eine ganz andere Entschädigung erfolgen müssen, nämlich wirklich eine Ent-schädigung die zumindestens den Versuch unternommen hätte die vorenthaltenen Lebenschancen auf einem niedrigen Level aber immerhin für das Alter jetzt noch beträchtlich zu bedenken.

Die mutmaßlichen Täter kann man nicht befragen. Die betroffenen Ehemaligen Heimkinder können keine materiellen Beweise führen. Es gibt ja auch so gut wie in keinem Fall noch Akten. So: „Rein formal-juristisch ist da eigentlich gar nichts zu wollen und in so fern kann es auch keine pauschale Entschädigungsregelung geben. Das was wir machen ist ja eigentlich ja schon ein großes symbolisches Zeichen. Verpflichtet sind wir dazu formal-juristisch überhaupt nicht.“.

PROF. KAPPELER: Ja.

INTERVIEWER: Was haben Sie dazu zu sagen?

PROF. KAPPELER: Diese formal-juristische Argumentation die – ahem – ist ja der Versuch der politischen Verantwortung zu entgehen. Wenn man sich auf die Verjährungsfristen zurückzieht, auf die Weigerung der Täterorganisationen – sage ich jetzt absichtlich zugespitzt – auf die Verjährungseinrede zu verzichten wenn Ehemalige Heimkinder heute noch ihre Schäden geltend machen wollen auf dem juristischen Wege, wenn – ahem – die Beweislage so verstanden wird dass die Ehemaligen Heimkinder im Einzelfall teilweise mit Uhrzeit und Stunde der Gewalttaten die sie erfahren haben belegen sollen was ihnen geschehen ist, dann sind das alles alles formal-jurische Argumente, die einen Abwehrcharackter haben.
In Wirklichkeit wäre es um eine politische Entscheidung gegangen und so war das Ganze ja auch angedacht. Gefordert waren eine politische Anerkennung dieses Unrechts und dann auch eine politisch gewollte Wieder-gutmachung [ Wieder-Bindestrich-Gutmachung ! ], so weit das überhaupt geht.

In einer der Sitzungen im Bundestag des Petitionsausschusses waren Experten aus dem Bundesarbeitsministerium geladen, die wurden von den Abgeordneten zur Frage des Charakters der in den Heimen geleisteten Arbeit befragt, und dann haben diese Herren aus dem Bundesarbeitsgericht [ sic, MM ] gesagt, die Arbeit die die Kinder und Jugendlichen in den Heimen leisten mussten war ZWANGSARBEIT.

Wenn sie das anerkennen, sie als Abgeordnete, dass das ZWANGSARBEIT ist, dann müssen sie das als politische Entscheidung sehen und auf politischem Wege dafür sorgen; dass kann nicht über die Rentenkasse gehen und auf die allgemeine Bevölkerung übertragen werden, dass diese Menschen Wiedergutmachung erfahren.

Das haben die Experten aus dem Bundesarbeitsministerium den Abgeordneten des Bundestages gesagt, die haben gesagt „das ist ZWANGSARBEIT“.

Und wenn sie die Wiedergutmachung wollen, dann müssen sie als Volksvertreter den politischen Mut haben das entsprechend zu entscheiden.

INTERVIEWER: Das Ganze erinnert ja an die Feststellung „Einmal Opfer immer Opfer“. Gilt das auch für die Ehemaligen Heimkinder im Hinblick auf das was beim Runden Tisch rausgekommen ist?

PROF. KAPPELER: Ja. Also sehr, sehr viele Ehemalige Heimkinder haben das als eine zweite Viktimisierung erlebt. Was dort geschehen ist: sie waren ständig der Übermacht, der Gewalt der Experten und der Interessenvertreter unterlegen.

Sehr, sehr viele Ehemalige Heimkinder in der Bundesrepublik haben sich überhaupt nicht bis jetzt geoutet, oder weigern sich auch, bezogen auf diese eingeschränkten Entschädigungsmöglichkeiten – oder sagen wir mal „Entschädigungsmöglichkeiten“, falscher Begriff – das was sie da bekommen können, das in Anspruch zu nehmen, weil sie nicht wieder in dieser Rolle des Opfers, das jetzt als Bittsteller, wieder auftreten muss um minimale Gratifikationen zu bekommen.

Die Gesellschaft hat da nach wie vor eine ungeheuere Bringschuld diesen Menschen gegenüber.

INTERVIEWER: Aber ist im Hinblick auf dieses bekanntgewordene Unrecht in einem Rechtsstaat – was ja fast wie ein Widerspruch in sich klingt – ist dieser Rechtsstaat, ist die Bundesrepublik, dieser Herausforderung die Schäden die da entstanden sind wenigstens tendenziell wiedergutzumachen annähernd gerecht geworden?

PROF. KAPPELER: Nein. – Nein. Es ist, das muss man leider sagen, wirklich die Billiglösung dabei herrausgekommen. Das Allergeringste was einmal in Gang gekommen war zugestanden werden musste und keinen Euro mehr.

INTERVIEWER: Warum ist im Abschlussbericht nicht davon die Rede dass es ein Unrechtssystem gewesen ist mit ZWANGSARBEIT und allem Drum und Dran und Rechtlosigkeit? Warum ist das da nicht reingeschrieben worden? Wer wollte das nicht?

PROF. KAPPELER: Also, wenn wir jetzt die Politiker am Runden Tisch nehmen, auch schon im Petitionsausschuss, auch schon im Bundestag, dann wäre dieses Eingeständnis eine Erschütterung ihres Selbstverständnisses bezogen auf die Geschichte und den Charakter der Bundesrepublik Deutschland gewesen. Mitten im Kern des eigenen Gesellschaftssystems geschieht solches Unrecht in unvorstellbaren Ausmass und sämtliche – verfassungsrechtlich, staatsrechtlich, verwaltungsrechtlich! – vorhandenen Kontrollsysteme versagen; nicht zufällig!

Ich hab analysiert wie das alles zusammenhängt, warum die Vormundschaftsgerichte zusammen mit den Jugendämtern, zusamen mit den Verwaltungsgerichten, mit der Psychiatrie, ein gesamtes System so funktioniert hat.
Nach ’45 gab es an diesem Punkt, in diesen totalen Institutionen – die waren völlig abgeschottet von der Öffentlichkeit! – keine Zäsur. Mit denselben Personen und denselben Methoden ist das weitergelaufen bis weit in die siebziger Jahre.

Und sich das einzugestehen, sich dieses existenzielle Versagen deutlich zu machen – und dieses Eingeständnis wäre eine Leistung gewesen für die Entwicklung der politischen Kultur in der Bundesrepublik für die Zukunft – , deswegen habe ich immer gesagt, es geht auch darum dass wir diese Schuld annehmen, die wir selber genuin zu verantworten haben um zu verhindern dass sowas jemals wieder passiert. – Das ist nicht irgend eine, sondern es ist eine zentrale Schuld des Systems in der Bundesrepublik.

Und die Ehemaligen Heimkinder haben diesen Punkt unmissverständlich immer wieder in die Debatten am Runden Tisch eingebracht und da sind sie auf eine Mauer der Ablehnung gestoßen.

Und, kann man natürlich noch hinzufügen, bei den Kirchenvertretern, die ja 70% der gesamten Heimerziehung zu verantworten hatten, kommen ja noch mal andere Dimensionen von Schuld und Sühne dazu.


»„Und alle haben geschwiegen“ – ein Spielfilm über das Schicksal von Heimkindern im Westdeutschland der 50er und 60er Jahre. Hunderttausende Kinder und Jugendliche erlebten Demütigungen und Rechtlosigkeit, mussten ZWANGSARBEIT leisten, viele wurden sexuell missbraucht.«
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HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT in der Bundesrepublik Deutschland.

Beitragvon Martin MITCHELL » Do Jun 27, 2013 1:13 am

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HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/3322-warum-wurden-damalige-„heimkinder-zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-arbeit-bezahlt/index15.html#post369642 [ Link manuell in die Adresszeile eines neuen Browserfensters eingeben ]

Beitrag 427 – Beitrag von »martini« vom Mittwoch, 20. Februar 2013, um 13:55 Uhr:


In BRÖ und BRD --- Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Zwangsarbeit/Arbeitsausbeutung auch in der Bundesrepublik Deutschland in ganz großem Stil.


ACHTUNGHINWEISWARNUNG

Das ZDF.de - Frontal21 Video-Interview ( @ http://www.zdf.de/Frontal-21/Missbrauchte-Heimkinder-26687780.html ) mit Prof. Kappeler vom 19.02.2013 wird – gemäß irgendwelchen obskuren deutschen gesetzlichen Bestimmungen – schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Internet gelöscht werden. Die von mir gefertigte Niederschrift dieses Interviews – und vielfach im Internet veröffentlichte Niederschrift dieses Interviews – hingegen, wird jetzt für immer im Internet bestehen bleiben.
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