Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Feb 15, 2017 7:35 am

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ZDF - 2DF

MLmonalisa

Medikamentenversuche an Heimkindern

QUELLE: https://www.zdf.de/gesellschaft/ml-mona-lisa/videos/medikamentenversuche-an-heimkindern-100.html

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Gesellschaft | ML mona lisa

Medikamentenversuche an Heimkindern

Heidelore Rampp gehörte in den 60er Jahren zu den Kindern, die in deutschen Heimen Medikamente erhielten. Sie ist überzeugt, dass an ihnen Medikamente ohne ihr Wissen getestet wurden.

VIDEO - Beitragslänge: 5 min

aus: ML mona lisa vom 11. Februar 2017

Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 11.02.2018, 18:00 Uhr

Datum: 11.02.2017

Laut Studien waren hunderte Heimkinder Opfer von Medikamentenmissbrauch in ganz Deutschland. Ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit. Sie wurden betäubt, ruhig gestellt, weggesperrt, in den meisten Fällen ohne Einwilligung der Betroffenen oder ihrer Familien. Ob Impfungen oder Medikamente zur Beruhigung oder Unterdrückung sexueller Bedürfnisse, die Bandbreite war groß. ML mona lisa sprach mit Professor Gerd Glaeske über die Auswirkungen solcher Medikamentenversuche.

ZDF: Herr Professor Glaeske, können Sie sich erinnern, wann Sie das erste Mal mit dem Thema Medikamentenversuche bei Heimkindern konfrontiert wurden?

Prof. Gerd Glaeske: Das war eigentlich erst 2016, als uns jemand eine Dokumentation vorlegte. Unterlagen, die zeigten, dass bestimmte Arzneimittel aus einem sehr starken Psychopharmaka-Bereich Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren in Dosierungen verordnet wurden, jenseits dessen, was man medizinisch oder pharmakologisch verantworten kann. Insofern musste man den Eindruck gewinnen, dass es nicht um Therapie ging, sondern es war chemische Gewalt an Kindern.

ZDF: Sylvia Wagner konnte in ihrer pharmazeutischen Doktorarbeit nachweisen, dass es keine Einzelfälle sind, sie spricht von fünfzig bis sechzig Studien. Sehen Sie da eine Systematik?

Glaeske: Es war einerseits vielleicht ein systematisches Fortführen bestimmter Ärzte, die möglicherweise auch in der Zeit des Faschismus medizinisch tätig waren und das Empfinden hatten, weiterhin Versuche durchführen zu können. Es war damals auch eine schlecht regulierte Zeit, noch vor dem ersten Arzneimittelgesetz in Deutschland, das erst 1961 in Kraft trat. Und die pharmazeutischen Hersteller wussten Bescheid darüber, welche Mittel in welcher Dosierung eingesetzt wurden und waren selber ganz erschrocken darüber, dass Ärzte auch in viel zu hoher Dosierung solche Neuroleptika bei Kindern eingesetzt haben. Sie hatten aber nichts unternommen.

ZDF: Wo bleibt dabei die Ethik der Ärzte?

Glaeske: Die Ethik ist überhaupt nicht zu erkennen. Es ging, wenn ich das wirklich drastisch interpretiere, um die Lust daran, zu erkennen, wie ein Mensch auf hohe Dosierungen eines sehr stark wirkenden Arzneimittels reagiert. Die Kommentare in den Unterlagen zeigen, dass die Kinder schrien, starrten, in einer ganz bestimmten Weise schauten, die jenseits alle Natürlichkeit war. Man hatte das Gefühl, es war eine Beschreibung von Situationen, in die man Kinder hineingetrieben hat. Man konnte gar keine Beziehung mehr dazu ziehen, was man medizinisch wissen wollte, sondern im Vordergrund stand, wie ein menschlicher Organismus auf diese Arzneimittel reagiert. Man im Grunde genommen die Unterlagen der Kinder gesammelt. Man hätte die Unterlagen auch auswerten können, aber es hat sich niemand darum gekümmert, weder die Pharmaindustrie noch die jeweiligen Hersteller.

ZDF: Also waren diese Säuglinge menschliche Versuchskaninchen?

Glaeske: Sie waren Versuchskaninchen und sie wurden im Prinzip durch diese Arzneimittel zu Monstern gemacht. Es ging aus meiner Sicht darum, dass man in einem geschützten Raum alles mit den Kindern machen konnte, was man wollte. Man gab hohe Dosierungen, man gab bestimmte Arzneimittel, die damals für Kinder nicht zugelassen waren, man hatte überhaupt keine Erfahrungen damit, welche Dosierung man bei Kindern verwenden sollte. Man hat einfach herumprobiert und letzten Endes Grenzen überschritten, die aus meiner Sicht die Ethik geboten hätte.

ZDF: Wenn man mit betroffenen Heimkindern spricht, stellen diese sich häufig die Frage, was die Arzneimittel mit ihnen gemacht haben. Auch an Säuglingen wurden ja zum Beispiel Impfstoffe ausprobiert. Welche Auswirkungen kann das haben?

Glaeske: Es kann natürlich ganz unterschiedliche Auswirkungen haben, wenn ich einem Kind ein Arzneimittel in viel zu hohen Dosierungen gebe oder gar nicht darauf achte, ob das Kind solche Arzneimittel verträgt. Es gab bislang offensichtlich zu wenige Studien an Kindern. Man hatte den Kindern die drei-, vier-, fünffache Dosierung eines Erwachsenen gegeben. Natürlich hat das unerwünschte Auswirkungen und Spätfolgen. Was Psychopharmaka oder Neuroleptika betrifft, wissen wir, dass auch in normalen Dosierungen schon Bewegungsstörungen vorkommen, die auch bleiben können. Selbst wenn ich die Arzneimittel absetzte, bleiben diese Bewegungsstörungen. Man weiß auch, dass die Mittel auf bestimmte Herz- Kreislauf- Systeme wirken oder es kommt zu Spätfolgen in bestimmten Organen, etwa Schädigungen von Leber oder Niere. Und bei Kindern, bei denen sich gerade alles erst entwickelt, betrifft es insbesondere das zentrale Nervensystem, das Gehirn. Das ist mit fünf Jahren einfach nicht fertig und das heranwachsende Kind mit seinem heranwachsenden Gehirn kann auf Dauer geschädigt werden.

ZDF: Was würden Sie den Betroffenen raten?

Glaeske: würde den Betroffenen auf alle Fälle raten, einerseits ihren Fällen nachzugehen, welche Dokumente es gibt. Und zum zweiten auch zu prüfen, ob man nicht tatsächlich auch mit den Pharmaunternehmen, die ja solche Tests letztendlich bewilligt oder zumindest geduldet haben, eine Diskussion führt. Diese Pharmaunternehmen haben, wie man an den Darstellungen von Frau Wagner erkennen kann, auch noch die Archive, in denen man das nachlesen kann. Ich glaube, dass man hier auch die Pharmafirmen zur Verantwortung ziehen sollte. Eine Form von Entschuldigung wäre das mindeste, aber möglicherweise sollte es auch einen Schmerzensgeldausgleich für diese Zeit geben. Denn ich bin überzeugt, dass viele dieser Menschen auch derzeit noch die Folgen dieser frühen Arzneimittelversuche zu spüren bekommen.

ZDF: Herzlichen Dank für das Gespräch.


Zur Person Gerd Gaeske

Prof. Dr. Gerd Glaeske ist Pharmakologe und Professor für Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen und Leiter der Forschungseinheit "Arzneimittelberatung und Arzneimittelinformation".

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Feb 15, 2017 8:49 am

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Der Landschaftverband Rheinland in Köln und sein Vorgehen.

Martin MITCHELL hat geschrieben:.
Textauszug aus einem sehr langen Bericht aus der Wochenzeitung NRhZ-OnlineNeue Rheinische Zeitung vom 13.07.2011 mit der Überschrift

»
Landschaftsverband Rheinland muss seine Nachkriegsgeschichte aufarbeiten«
»
1954 bis 1975 Nazi-Psychiatrie«

QUELLE: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16721


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Landschaftsverband Rheinland muss seine Nachkriegsgeschichte aufarbeiten
1954 bis 1975 Nazi-Psychiatrie


Von Lothar Gothe

[ ……… ]

[] Der LVR [Landschaftsverband Rheinland (Köln)] stand als (Unrechts-) Staat im Staate da.

Über die Jahre jagte ein Skandal den nächsten: Brauweiler, Düren, Bonn usw. Keiner wurde vom LVR selbst oder der Landschaftsversammlung aufgedeckt. Im Gegenteil: Verdunkeln, Vertuschen, Hausverbote, Strafanzeigen gegen uns statt gegen seine eigenen Täter waren die üblichen Reaktionen. Mitte der 70er Jahre wurden uns 12 Doktorarbeiten der Universität Düsseldorf zugespielt: Die Doktoren hatten im LKH Grafenberg für eine Düsseldorfer Pharmafirma an Patienten, auch Zwangsuntergebrachten, eine Studie mit nicht zugelassenen Medikamenten durchgeführt und akribisch die qualvollen, teils lebensbedrohlichen Nebenwirkungen notiert. Die Herren wurden nicht zur Verantwortung gezogen, wohingegen in den Nürnberger Prozessen Ärzte verurteilt worden waren, weil sie ähnlich quälerische Versuche mit Meerwasser an KZ-Häftlingen durchgeführt hatten.

Der Stern veröffentliche Berichte von russischen Dissidenten über deren Mißhandlungen in den psychiatrischen Anstalten. Das Schlimmste sei, so hieß es dort, das "Medikament" Haldol, und sie beschrieben dessen schwere Nebenwirkungen. Was der KGB als Foltermittel importierte und einsetzte, war in den hiesigen Psychiatrien ein medizinischer Renner. Weil es geschmack- und geruchlos ist, ließ es sich unbemerkt in Getränken verabreichen. An Wochenenden war es Usus, daß Pfleger per "Bedarfsverordnung“ die Insassen mit einer Zusatzdosis "pflegeleicht“ machten. Während diese mit Blickstarre und aus dem Mundwinkel tropfenden Speichel im chemischen Nebel dahindämmerten, konnten jene in Ruhe Skat kloppen.

Ende der 70er Jahre rügte Amnesty International in seinem Jahresbericht die Bundesrepublik wegen Menschenrechtsverletzungen in den psychiatrischen Einrichtungen. Das zugrunde liegende Beweismaterial stammte überwiegend vom SSK [Sozialistischen Selbsthilfe Köln], es betraf also in der Hauptsache die Anstalten des LVR. Spätestens da wäre es für den LVR angebracht gewesen, eine scharfe Zäsur durchzuführen, Ursachen für die katastrophalen Tatbestände zu erforschen und die Fehlentwicklungen offen zu legen. Unweigerlich wäre aber so das braune Netzwerk ans Tageslicht befördert worden. Man saß das aus, beließ die Leichen im Keller und die Kulenkampff-Epigonen wie Kukla und Köster arbeiteten weiter an der Psychiatrie-Reform, ohne den eigenmächtigen unkontrollierbaren Verwaltungsapparat anzugreifen und zu entmachten, an dem ihr Mentor ja nach eigener Auskunft gescheitert war. So aber stehen die Reformen auch heute auf tönernen Füßen, und es ist zu befürchten, daß sie nach und nach wieder einkassiert werden, wenn die Zeiten härter werden und es opportun erscheint, "Ballastexistenzen" wieder kürzer zu halten.

[ ……… ]

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Dieser Bericht umfasst insgesamt ungefähr 26000 Zeichen, einschließlich Leerzeichen (in HTML-Quelltext womöglich sogar mehr als 30000 Zeichen).

WEITERE QUELLE: http://www.forschung-bw.de/VersFHist/Mahnmal/Standorte/NRhZ-Online_2011_07_13.pdf

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Boardnutzerin »kliv« im HEIMKINDER-FORUM.DE kommentierte diesbezüglich am Do. 08.12.2016, um 10:59 Uhr @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=532890#post532890 :

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Lt. Herrn Gothe ist man auch den Lehrer, Herrn Tanzmann, übelst angegangen. Alleine das zeigt doch schon, dass die Verantwortlichen überhaupt nicht an einer Aufarbeitung interessiert sind.

Klar verkündet der LVR, Aufarbeitung betreiben zu wollen, aber wo bleiben die Ergebnisse, die auch gerichtsverwertbar sind. Aufarbeitung bedeutet nämlich auch, dass man auf die Leute zugeht und diese entschädigt - und zwar lebenslang.

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QUELLE: RP ONLINE - Rheinische Post - RP Digital GmbH - Düsseldorf (09.02.2017): http://www.rp-online.de/nrw/staedte/viersen/lvr-studie-zu-medizintests-an-heimkindern-aid-1.6597184 :

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10. Februar 2017 | 00.00 Uhr

Viersen


LVR-Studie zu Medizintests an Heimkindern

Viersen. Noch bis in die 1970er-Jahre hinein wurden Heimkinder in der Süchtelner Psychiatrie für Medikamententests missbraucht. Eine wissenschaftliche Studie soll jetzt Licht in das dunkle Kapitel bringen.

Von Martin Röse

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) lässt den Umgang mit Medikamenten in seinen kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen zwischen 1945 und 1975 wissenschaftlich aufarbeiten. Wegen ihres Vorzeige- und Modellcharakters in den 1960er und 1970er-Jahren soll exemplarisch die Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Süchteln untersucht werden. Das beschloss jetzt der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland. Im Fokus der Untersuchung werden Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen sowie die Vergabepraxis stehen. Für das Forschungsprojekt stehen im LVR-Haushalt für die nächsten zwei Jahre insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Die Federführung hat das Kulturdezernat des LVR mit seinem Archivberatungs- und Fortbildungszentrum übernommen.

In der Süchtelner Einrichtung sollen etwa 30 Kinder im Alter von zwölf und 13 Jahren das Neuroleptikum "Dipiperon" als Saft verabreicht bekommen haben - offenbar um erhöhte Aggressivität aufgrund von Hirnschädigungen zu behandeln. Den größten Anteil stellten dabei mit 62 Prozent die "milieugeschädigten Kinder, die aus sehr ungünstigen sozialen Verhältnissen kommen". Die Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner war bei Recherchen zu ihrer Doktorarbeit auf die Vorfälle gestoßen: Bundesweit sollen Pharmafirmen in rund 50 Kliniken, meist Kinder- und Jugendpsychiatrien, bis weit in die 1970er-Jahre hinein Medikamente an Heimkindern getestet haben. Wagner schätzt, dass bundesweit Tausende Kinder und Jugendliche in Heimen und Psychiatrien zwischen 1950 und 1975 Opfer von solchen Medikamententests geworden sind. "Es kam unter anderem zur Prüfung von Impfstoffen, Psychopharmaka und die Libido hemmenden Präparaten", sagt Wagner.

Im Oktober hatte der LVR nach dem Bekanntwerden der Vorwürfen über Medikamentenversuche und den missbräuchlichen Einsatz von Arzneimitteln eine konsequente Aufarbeitung für seinen Verantwortungsbereich angekündigt. "Unabhängig davon, ob Psychopharmaka zur regelmäßigen Sedierung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt wurden, oder ob Pharmakonzerne mit Unterstützung unserer Einrichtungen Testreihen durchgeführt haben: Wir wollen diese Fakten erfahren. Nur so können wir Schlüsse für die heutige Zeit ziehen", erklärt Jürgen Wilhelm, Vorsitzender des Landschaftsausschusses. Der LVR ließ bereits prüfen, welche Aktenbestände in seinen Kliniken noch vorhanden sind. Hierbei stießen LVR-Mitarbeiter auf rund 3000 Einzelfallakten sowie Arznei- und Medikamentenverordnungsbücher in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Viersen, die noch nie Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung waren. Diese Dokumente sollen nun im Rahmen der beschlossenen Studie untersucht werden. "Die Untersuchung des Umgangs mit Medikamenten in unseren Einrichtungen reiht sich ein in eine Serie von wissenschaftlichen Studien, mit denen der LVR seine Verbandsgeschichte beleuchtet hat. Hierzu gehören ausdrücklich auch unangenehme Wahrheiten, wie die NS-Vergangenheit des ersten LVR-Direktors Udo Klausa oder der unmenschliche Umgang mit Heimkindern in den Nachkriegsjahrzehnten", betont LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Quelle: RP


INFO

In einem Jahr sollen Ergebnisse vorliegen

Ansatz Die Forscher sollen nicht nur die Akten der LVR-Klinik Süchteln durcharbeiten, sondern auch in Firmenarchiven von Pharmaunternehmen Hinweise auf Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen finden.

Ergebnis Das Forschungsprojekt soll nach einem Jahr mit einem Forschungsbericht abschließen, der zu einer Buchpublikation ausgebaut werden kann.

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Do Feb 16, 2017 3:00 am

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In Bezug auf den von mir im unmittelbar vorhergehenden Beitrag wiedergebenen Bericht aus der Rheinischen Post vom Fr. 10.02.2017 betitelt »LVR-Studie zu Medizintests an Heimkindern«

( @
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/viersen/lvr-studie-zu-medizintests-an-heimkindern-aid-1.6597184 )

gibt es auch schon zwei relevante Leserkommentare von Ehemaligen Heimkindern:


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Vivien

10.02.2017, 13:46 Uhr

nicht nur in den LVR Kliniken sonder auch in anderen Heimen wie z. B das Kinderheim Dr. Dawo in Rheinbach.

Das weiss ich deswegen da ich selbst eines von diesen Versuchskindern war. Damals wurde an mir nämlich Haloperidol und auch Aiolept ausprobiert.

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Jlbeckers

10.02.2017, 12:29 Uhr

Was wurde den Kindern wegen Bettnässen in den 60ziger Jahren in Königswinter in den Rücken gespritzt? Der LVR hatte auch über diese Einrichtung die Aufsichtskontrolle.

Das Haus "Villa Hugo Hüser" in Königswinter/Oberkassel 53227, Bernhardstr. 25 war im Besitz von Dr. med. Egil Brinch-Toft, Kinderärztin aus Oslo, die das Kindersanatorium bis 1976 unter dem Namen „Haus Bernward“ leitete, zusammen mit Dr. Müller.

Viele Opfer klagen bis heute über die Kur in Oberkassel. Was war da los?

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mo Feb 20, 2017 8:33 am

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Frankfurter Rundschau

Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main Gebiet


QUELLE: http://www.fr-online.de/medikamententests/universitaet-giessen-belege-fuer-medikamentenversuche-entdeckt,34956678,35162832.html :


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Medikamententests an Kindern

FR-Recherche über geheime Versuche von Pharmafirmen

FRANKFURTER RUNDSCHAU » RHEIN-MAIN » DOSSIER » MEDIKAMENTENTESTS


15. Februar 2017

UNIVERSITÄT GIEßEN


Belege für Medikamentenversuche entdeckt

Von PITT VON BEBENBURG

[ Foto mit Bildunterschrift: „An der Universität Gießen hat es in der Nachkriegszeit Tests mit nicht registrierten Medikamenten gegeben.“ ]

Die Universität Gießen stößt auf Belege für Medikamentenversuche in den 50er und 60er Jahren.

An der Gießener Universität wurden zwischen 1957 und 1963 nicht zugelassene Medikamente an Patienten der Nervenklinik getestet. Vermutlich geschah dies ohne das Einverständnis der Betroffenen. Jedenfalls sind keine Einwilligungserklärungen zu finden.

Das hat der Gießener Professor Volker Roelcke vom Institut für Geschichte der Medizin bei seinen Nachforschungen herausgefunden, wie die Universität am Mittwoch [15.02.2017] mitteilte. Die Frage, ob neue Medikamente auch an Heimkindern erprobt wurden, sei bisher ungeklärt. Ihr werde weiter nachgegangen.

Im November war durch einen Bericht der Frankfurter Rundschau bekannt geworden, dass Ärzte in den 50er und 60er Jahren nicht zugelassene Medikamente und neue Impfstoffe an hessischen Heimkindern erprobt hatten – in Zusammenarbeit mit Pharmafirmen. Die FR stützte sich auf die Forschungsarbeit der Doktorandin Sylvia Wagner, die solche Tests auch in anderen Bundesländern nachgewiesen hatte.

Die Politik reagierte. Die hessische Landesregierung nannte Medikamententests an Kindern ohne Einwilligung „verwerflich“. Der Landtag lud zu einer Expertenanhörung ein, die im März [2017] geplant ist. Träger von Heimen und die Gießener Universität begannen mit Recherchen.

Dabei ging es in Gießen zunächst um ein Präparat mit dem Kürzel „H 502“, das ausweislich einer Notiz in den Akten der Firma Merck im Jahr 1959 für den Gießener Psychiater Hans Heinze junior bestellt worden war. Der Medizinhistoriker [Professor] Roelcke fand nun durch eine Nachfrage bei dem Unternehmen heraus, dass das Versuchspräparat auch geliefert wurde. Ob und an wen es verabreicht wurde, konnte [Professor] Roelcke aber bisher noch nicht ermitteln.

Feststellen konnte er jedoch, dass im Zeitraum von 1957 bis 1963 mindestens 15 nicht registrierte Präparate an Patienten der Universitätsnervenklinik Gießen erprobt wurden. Die meisten dieser Medikamente würden in den Akten nur mit den firmeninternen Buchstaben-Zahlen-Kürzeln benannt, im Gegensatz zu den offiziell für den Markt registrierten Arzneimitteln.

„Alle Medikamente wurden nur für Indikationen verabreicht, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Erkrankung standen“, heißt es weiter in der Mitteilung der Gießener Uni. Daher habe „zumindest ein potenzieller Nutzen für die Betroffenen“ bestanden.

Da das Merck-Präparat H 502 in den Gießener Akten nicht zu finden ist, geht Forscher [Professor] Roelcke davon aus, dass es neben den 15 entdeckten Versuchsreihen noch weitere gegeben haben dürfte.

In den Krankenakten fanden die Medizinhistoriker jedoch keine einzige Einwilligungserklärung zu den Medikamententests. Das sei „ungewöhnlich“, stellt die Hochschule fest. „Auch damals hätte für die Medikamentenerprobungen eine informierte Zustimmung der Probanden vorliegen müssen.“ Schließlich seien auch Einwilligungserklärungen für andere Behandlungen, etwa für eine Elektro-Krampftherapie, in den Akten enthalten.

Zuvor hatte bereits die Hephata-Diakonie im nordhessischen Treysa bestätigt, dass eine Ärztin im Dezember 1957 bei der Firma Merck das umstrittene Medikament Decentan bestellt hatte. Bisher seien aber keine Beweise dafür gefunden worden, dass es für Versuche benutzt worden sei. Das Präparat wurde in mehreren deutschen Kinderheimen bei Medikamententests eingesetzt – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die jungen Probanden.

Anhörung
Am 9. März [2017] ist im [Hessischen] Landtag eine Anhörung zu Medikamententests geplant, die ohne Einwilligung der oft jungen Patienten vorgenommen wurden. Gehört werden Vertreter von Forschung, Unternehmen, Heimträgern, Ärzten, Jugendämtern sowie von Betroffenengruppen.

Der Sozialausschuss des Parlaments hat die Fachleute eingeladen. Dazu zählt auch Professor Volker Roelcke. Der Medizinhistoriker ist von seiner Gießener Universität beauftragt, in dieser Frage zu recherchieren. (pit)

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

AUTOR - Pitt von Bebenburg,
Landtags-Korrepondent, Wiesbaden [ Siehe @ http://www.fr-online.de/wir-ueber-uns/landtags-korrespondent--wiesbaden,4353508,4592032,view,authorProfile.html ]

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mo Feb 27, 2017 5:18 am

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… sowohl wie auch, wie jetzt ebenso belegt, an einer großen Anzahl an einwilligungsunfähigen Erwachsenen !!

NRD.de - Nachrichten / Berichterstattung

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[ QUELLE: http://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/NDR-1-Welle-Nord-und-NDR-Schleswig-Holstein-Magazin-exklusiv-Medikamentenversuche-auch-an-Erwachsenen-im-ehemaligen-Landeskrankenhaus-Schleswig,pressemeldungsh916.html ]

Stand: 23.02.2017 16:30 Uhr - Lesezeit: ca. 3 Min.

NDR 1 Welle Nord und NDR Schleswig-Holstein Magazin exklusiv: Medikamentenversuche auch an Erwachsenen im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig

von Andreas Schmidt

Im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig hat es in den 50er bis 70er Jahren fragwürdige medizinische Versuchsreihen nicht nur an Kindern, sondern auch an Patienten der Erwachsenenpsychiatrie gegeben. Das zeigen Recherchen von NDR 1 Welle Nord und NDR Schleswig-Holstein Magazin. Danach waren die Betroffenen aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen vielfach gar nicht einwilligungsfähig. Außerdem wurden die Medikamente zum Teil allen neuen Patienten einer Station verabreicht - unabhängig von der individuellen Diagnose. Das geht aus historischen Fachaufsätzen hervor, die die Mediziner im Anschluss ihrer Forschungen veröffentlichten.

Insgesamt geht es demnach um mindestens sieben Versuchsreihen mit zusammengerechnet mehr als 800 Probanden. Anders als die bisher bekannten Fälle mit Minderjährigen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig-Hesterberg beziehen sich die nun entdeckten Aufsätze auf die Erwachsenen-Abteilung Schleswig-Stadtfeld. Dort testeten mehrere Ärzte, zum Teil in Kooperation mit anderen deutschen Kliniken, die Wirksamkeit verschiedener Stoffe. Vor allem handelte es sich dabei um Psychopharmaka, die unter anderem gegen Schizophrenie oder Psychosen helfen sollten. In den Versuchen traten den Fachaufsätzen zufolge auch Nebenwirkungen wie Bewegungsstarre oder Muskelsteifheit auf.

Der Hamburger Medizin-Ethiker Philipp Osten erkennt in den Aufsätzen eindeutige Versuchsanordnungen. So seien Patienten zum Teil in Versuchs- und Kontrollgruppen eingeteilt worden, ohne dass es einen diagnostischen Grund gegeben habe: "Man macht das nicht, um ihnen zu helfen. Man macht das, um zu gucken: Wie wirkt das Arzneimittel? Das ist eindeutig natürlich ein Experiment, das da stattgefunden hat." Das sei ethisch und strafrechtlich auch damals bedenklich gewesen.

Ein damaliger Patient beschreibt gegenüber dem NDR Schleswig-Holstein Magazin und NDR 1 Welle Nord, er sei in Schleswig mit Medikamenten "vollgepumpt" worden - obwohl ein Mediziner in einem schriftlichen Gutachten festhielt, dass bei ihm keine entsprechenden Krankheitsbilder vorlagen. Er schildert Nebenwirkungen der Medikamente: "Ich habe Sehstörungen gehabt und beim Laufen kam ich mir vor, als ob ich ins Leere treten würde und bin immer nach rechts gekippt." Bis heute bekomme er nachts Schreianfälle, beschreibt er.

Im Herbst war bereits bekannt geworden, dass es bundesweit knapp 50 Medikamentenstudien in deutschen Kinderheimen gegeben hat. Nach Recherchen des NDR in Schleswig-Holstein hat es in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig-Hesterberg des Landeskrankenhauses Schleswig mindestens sechs Versuchsreihen mit knapp 1.000 minderjährigen Probanden gegeben.

Das Sozialministerium in Kiel hat nach eigenen Angaben keine Unterlagen zu den nun aufgetauchten Versuchsreihen vorliegen. Eine konkrete Bewertung sei deshalb noch nicht möglich, so ein Sprecher. Dass es in der damaligen Zeit Missstände in Psychiatrien gegeben habe, sei aber unstrittig. Bund und Länder haben sich auf ein gemeinsames Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse in deutschen Heimen und Kliniken verständigt. Endgültige Ergebnisse werden in knapp drei Jahren vorliegen.

***************************************
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Landesfunkhaus Schleswig-Holstein
Zentrale Programmaufgaben
Eggerstedtstraße 16
24103 Kiel

presse.kiel[at]ndr.de

http://www.ndr.de/sh
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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Di Feb 28, 2017 12:23 am

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… sowohl wie auch, wie jetzt ebenso belegt, an einer großen Anzahl an einwilligungsunfähigen Erwachsenen !!

NRD.de - Nachrichten / Berichterstattung

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[ QUELLE: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html ]

Medikamentenversuche: Skandal weitet sich aus

von Julia Schumacher, Eike Lüthje, Stefan Eilts

Wie umfangreich sind die Medikamentenversuche im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig in den 50er- bis 70er-Jahren wirklich gewesen? Dass Mediziner in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg Medikamente an Patienten getestet haben, hatten NDR Recherchen an die Öffentlichkeit gebracht. Nun kommen auch Fälle aus der Erwachsenen-Einrichtung Schleswig-Stadtfeld ans Licht. Reporter von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin haben in Archiven historische Fachaufsätze von Medizinern gefunden, in denen diese ihre Forschungen beschreiben. In mindestens sieben dieser Aufsätze erkennen Experten einen unzulässigen Versuchsaufbau. Insgesamt waren mehr als 800 Probanden Teil der Studien.

Betroffener: "Habe heute noch Schreianfälle"

Ein Mann, der damals in Schleswig untergebracht war, bricht im Gespräch mit dem NDR sein Schweigen. Er möchte anonym bleiben, weil sein Umfeld nichts von seiner Vergangenheit weiß - deshalb äußert er sich nur schriftlich ausführlicher. "Das, was die Sadisten und Tyrannen uns vorgesetzt haben, vergisst man ein Leben lang nicht", berichtet er und kämpft bis heute mit den Folgen. "Ich bekomme in Abständen nachts Schreianfälle." Bereits als Kind begibt er sich selbst in ein Heim, vor allem, um dem gewalttätigen Stiefvater zu entkommen. Doch auch in Kinderheimen wird er verprügelt. Er flüchtet mehrmals, landet schließlich im Landeskrankenhaus Schleswig: erst in der Kinderabteilung Hesterberg, später im Erwachsenenbereich am Stadtfeld.

Keine Diagnose, aber massenhaft Medikamente?

Der betroffene Mann - der inzwischen schon über 70 Jahre ist - berichtet, er sei in beiden Schleswiger Einrichtungen mit Medikamenten geradezu vollgestopft worden. Auch Nebenwirkungen beschreibt er: Krämpfe in den Beinen, starke Sehstörungen. "Und beim Laufen kam ich mir vor, als ob ich ins Leere treten würde und bin immer nach rechts gekippt", so der Mann heute. Dabei sei er gar nicht krank gewesen. Ein Schleswiger Mediziner bestätigt 1965 in einem Gutachten, dass der Junge zwar eine "primitive Primärpersönlichkeit" sei und aus einem "unvorteilhaften Familienmilieu" entstamme - Hinweise auf Hirnschädigungen oder Psychosen gebe es aber nicht. Ob er tatsächlich Teil einer Studie war, lässt sich bislang nicht zweifelsfrei belegen.

Nebenwirkungen: Bewegungsstarre und Muskelsteifheit

In den Versuchsreihen, die in den Aufsätzen dokumentiert sind, testen die Ärzte verschiedene neu entwickelte Wirkstoffe. Im Schwerpunkt stehen Psychopharmaka, die ab den 50er Jahren in großen Mengen auf den Markt kommen. Die Schleswiger Mediziner prüfen, wie die Mittel bei Patienten mit Psychosen, Halluzinationen oder Schizophrenie wirken. Mit Nebenwirkungen. Beispiel: Tests mit Trifluoperazin im Jahr 1965. 138 Patienten bekommen das Mittel - bei 42 von ihnen notieren die Ärzte "leicht extrapyramidal-motorische Erscheinungen wie Akinese oder Rigor", also Bewegungsarmut oder -starre sowie Muskelsteifheit.

Diese Medikamente wurden getestet: Trifluoperazin

Jahr: 1964. Sollte wirken gegen: u.a. gestörte Kontaktbereitschaft, gesteigerte Psychosenmotorik, Verfolgungsideen. Probanden: 138, verteilt auf fünf Kliniken bundesweit, darunter Schleswig. Besonderheit: Jeder neue Patient auf der Station bekam das Mittel. Nebenwirkungen: Muskelstarre und Bewegungsstarre in 44 Fällen.

[
DETAILS ALL DIESER MEDIKAMENTENVERSUCHE werden an dieser Stelle IM ORIGINAL ebenso aufgeführt ]

Experten kritisieren Vorgänge

Welche Patienten genau Teil der verschiedenen Versuchsreihen waren, lässt sich bislang nicht nachvollziehen. Was den betroffenen Mann angeht, steht für den Hamburger Medizin-Ethiker Philipp Osten fest: "Ich sehe Hinweise darauf, dass die Arzneimittel nicht zu seinem Krankheitsgeschehen gehörten, sondern vor allen Dingen der Ruhigstellung dienten", sagt Osten. "Oder, aber das ist eine reine Vermutung, dass er sie bekommen hat, weil man dort Studien mit ihm gemacht hat."

Osten hat die nun entdeckten Aufsätze ausgewertet und bewertet sie als ethisch unzulässige Forschung. Dass neue Medikamente an Patienten getestet werden, sei durchaus möglich, sagt er. Diese müssten allerdings ihre Zustimmung dazu erteilen, und das Medikament müsse auch einen Nutzen für sie haben. Beides sieht er in den nun vorliegenden Studien nicht erfüllt: "Es geht hier vor allem um Studien an Personen, die an Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder anderen Dingen litten, die dementsprechend oft auch entmündigt und deswegen per se nicht einwilligungsfähig waren", sagt Osten.


Ethisch höchst fragwürdig, strafrechtlich verjährt

Auch ein direkter Nutzen des Medikaments für den einzelnen Patienten habe oft nicht im Vordergrund gestanden, so Osten. In einigen Studien bekamen wahllos alle neuen Patienten einer Station das jeweilige Mittel, bei anderen wurden Gruppen gebildet: Ein Teil der Patienten bekam den Wirkstoff, eine "Vergleichsgruppe" bekam ihn nicht. "Man macht das in diesem Fall nicht, um ihnen zu helfen", sagt Osten. "Man macht das, um zu gucken: Wie wirkt das Arzneimittel? Das ist eine Wirksamkeitsstudie. Und das ist natürlich eindeutig ein Experiment, was da stattgefunden hat."

Der Kieler Medizinrechtler Sebastian Graf von Kielmannsegg befürchtet, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt: "Wenn die Umstände tatsächlich so waren, dass mit Medikamenten behandelt wurde, für die keine Indikation bestand, dann war das auch nach damaligem Stand forschungsrechtlich nicht zu rechtfertigen - und strafrechtlich im Grunde auch nicht", sagt der Experte. Allerdings sind die Vorgänge strafrechtlich verjährt.


Ministerium wusste bis jetzt nichts von den Fällen

Das Sozialministerium in Kiel, dem das Landeskrankenhaus damals unterstand, hat nach eigenen Angaben keine Unterlagen zu den nun aufgetauchten Versuchsreihen vorliegen. Dass es in der damaligen Zeit Missstände in Psychiatrien gegeben habe, sei aber unstrittig, teilt das Ministerium auf Anfrage mit. Bund und Länder haben sich auf ein gemeinsames Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse in deutschen Heimen und Kliniken verständigt. Endgültige Ergebnisse werden in knapp drei Jahren vorliegen. Für Schleswig-Holstein soll es einen eigenen Beirat geben, der gesondert die regionalen Vorfälle untersucht. Auch die NDR-Recherchen sollten hier einfließen, so ein Sprecher.

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Ein dazugehöriges Video (Länge: 5 Min. 34 Sek.) ist ebenso über das ORIGINAL @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html aufrufbar:

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Medikamentenversuche an Erwachsenen

NDRfernsehen

Schleswig-Holstein Magazin - 23.02.2017 19:30 Uhr

Ärzte im Landeskrankenhaus Schleswig haben offenbar Medikamente jahrelang nicht nur an Kindern, sondern auch an psychisch kranken Erwachsenen getestet.

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Ein weiteres dazugehöriges Video (Länge: 1 Min. 19 Sek.) ist ebenso über das ORIGINAL @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html aufrufbar:

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Parteien "schockiert" über Medikamentenversuche

NDRfernsehen

Schleswig-Holstein Magazin - 23.02.2017 19:30 Uhr

Der Tenor im Landeshaus ist eindeutig: Schlimm, was offenbar früher im Landeskrankenhaus Schleswig mit Patienten gemacht wurde. Gefordert wird eine lückenlose Aufklärung.

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Do Mär 02, 2017 4:17 am

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re nachkriegsdeutsche „Medikamentenversuche“, „Medikamententests“, „Arzneimittelversuche“, „Medikamentenstudien“, „Menschenversuchean Heimkindern und Psychiatriepatienten et al und die anscheinend seitens Bund und Ländern geplante gemeinsamewissenschaftliche AufarbeitungdieserGeschehen“ über die nächsten drei Jahre :

ok – DIES SIND DIE UNS PRÄSENTIERTEN DIESBEZÜGLICHEN FAKTEN, die uns bisher vorgelegt worden sind, und damit müssen wir uns erst einmal begnügen (
weiteres gibt es nicht!) :

ERSTENS:

Information vom Donnerstag, 14. Februar 2017, um 11:52 Uhr :


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»Alleine der Aufarbeitungstopf von 1 Mio für das gesamte Bundesgebiet sollte doch mal zum Nachdenken anregen. Wer rechnen kann weiß Bescheid; für die die die es nicht können:
1 Mio: 16 Bundesländer = 62.500 Euro pro Bundesland für die Aufarbeitung.
«

.

QUELLE: Ein engagierter Schleswig-Holstein Bürger, der sich als »Ralf B.« ausgibt ( Siehe @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=542264#post542264 ).

ZWEITENS:

Information vom Donnerstag, 23. Februar 2017, um 16:59 Uhr :


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»Bund und Länder haben sich auf ein gemeinsames Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse in deutschen Heimen und Kliniken verständigt.«
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QUELLE: Julia Schumacher, Eike Lüthje, Stefan Eilts vom NDR ( Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html ).

DRITTENS:

Information vom Dienstag, 28. Februar 2017, um 10:04 Uhr :


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»Bundesweit 1 Mio für die gesamte Aufarbeitung^^ 1 Mio : 16 Bundesländer = 62500 für die "Aufarbeitung"«
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QUELLE: Ein engagierter Schleswig-Holstein Bürger, der sich als »Ralf B.« ausgibt ( Siehe @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=542264#post542264 ).


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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Fr Mär 03, 2017 9:48 pm

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Unbestätigte Nachrichten / Unconfirmed News

Martin MITCHELL hat geschrieben:.
re nachkriegsdeutsche „Medikamentenversuche“, „Medikamententests“, „Arzneimittelversuche“, „Medikamentenstudien“, „Menschenversuchean Heimkindern und Psychiatriepatienten et al und die anscheinend seitens Bund und Ländern geplante gemeinsamewissenschaftliche AufarbeitungdieserGeschehen“ über die nächsten drei Jahre :

ok – DIES SIND DIE UNS PRÄSENTIERTEN DIESBEZÜGLICHEN FAKTEN, die uns bisher vorgelegt worden sind, und damit müssen wir uns erst einmal begnügen (weiteres gibt es nicht!) :

ERSTENS:

Information vom Donnerstag, 14. Februar 2017, um 11:52 Uhr :


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»Alleine der Aufarbeitungstopf von 1 Mio für das gesamte Bundesgebiet sollte doch mal zum Nachdenken anregen. Wer rechnen kann weiß Bescheid; für die die die es nicht können:
1 Mio: 16 Bundesländer = 62.500 Euro pro Bundesland für die Aufarbeitung.
«

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QUELLE: Ein engagierter Schleswig-Holstein Bürger, der sich als »Ralf B.« ausgibt ( Siehe @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=542264#post542264 ).

ZWEITENS:

Information vom Donnerstag, 23. Februar 2017, um 16:59 Uhr :


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»Bund und Länder haben sich auf ein gemeinsames Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse in deutschen Heimen und Kliniken verständigt.«
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QUELLE: Julia Schumacher, Eike Lüthje, Stefan Eilts vom NDR ( Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html ).

DRITTENS:

Information vom Dienstag, 28. Februar 2017, um 10:04 Uhr :


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»Bundesweit 1 Mio für die gesamte Aufarbeitung^^ 1 Mio : 16 Bundesländer = 62500 für die "Aufarbeitung"«
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QUELLE: Ein engagierter Schleswig-Holstein Bürger, der sich als »Ralf B.« ausgibt ( Siehe @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=542264#post542264 ).
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DEUTSCH: "FAKT" = "(EINE VERBÜRGTE) TATSACHE"
[ oder auch eine noch nicht bewiesene Tatsache; momentan noch nicht bestätigt ]
ENGLISCH: "FACT" = "A MATTER OF RECORDS"
[ not necessarily a proven fact; the certainty of the fact is still in doubt; unconfirmed ]

QUELLE: dict.cc Deutsch Englisch Wörterbuch @ https://www.dict.cc/?s=Tatsache
(insgesamt 104 Erklärungen / Übersetzungen zu "FAKT" / "FACT")

Die von mir (
mit Quellenangabe) oben zitierte diesbezügliche Aussage vom NDR vom 23.02.2017 ist ein "Fakt". Es besteht kein Zweifel, dass NDR diese Aussage gemacht hat. NDR ist die QUELLE. --- Ob das von NDR Gesagte den Tatsachen entspricht, habe ich bisher noch nicht feststellen können; weiß ich also nicht (noch nicht!).

Die von mir
(mit Quellenangabe) oben zitierte diesbezügliche Aussage von »Ralf B.« vom 14.02.2017 ist ein "Fakt". Es besteht kein Zweifel, dass »Ralf B.« diese Aussage gemacht hat. »Ralf B.« ist die QUELLE. --- Ob das von »Ralf B.« Gesagte den Tatsachen entspricht, habe ich bisher noch nicht feststellen können; weiß ich also nicht (noch nicht!).

Die von mir
(mit Quellenangabe) oben zitierte diesbezügliche Aussage von »Ralf B.« vom 28.02.2017 ist ein "Fakt". Es besteht kein Zweifel, dass »Ralf B.« diese Aussage gemacht hat. »Ralf B.« ist die QUELLE. --- Ob das von »Ralf B.« Gesagte den Tatsachen entspricht, habe ich bisher noch nicht feststellen können; weiß ich also nicht (noch nicht!).

DIES SIND DIE "FAKTEN" DIE UNS BISHER ZUR VERFÜGUNG STEHEN. OB DAS ALLERSEITS GESAGTE ABER AUCH HUNDERTPROZENTIG DEN TATSACHEN ENTSPRICHT WISSEN WIR NICHT (MÜSSEN WIR ALSO NOCH HERAUSFINDEN; MUSS ERST NOCH BESTÄTIGT WERDEN).

Das ist unleugbar der aktuelle Stand der Dinge !!

Kein Grund zur Aufregung !!



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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Fr Mär 03, 2017 10:08 pm

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QUELLE: medstra - Zeitschrift für Medizinstrafrecht @ https://www.medstra-online.de/news/medikamentenversuche-an-heimkindern-politik-verspricht-aufarbeitung :

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[ Das hierfür dort angegebene Datum ist: ] 05.12.2016

Medikamentenversuche an Heimkindern: Politik verspricht Aufarbeitung

Mitte Oktober [2016] hatte der NDR über zahlreiche Medikamentenversuche in den 50er und 60er Jahren an Kindern im damaligen Landeskrankenhaus Schleswig berichtet. Insgesamt fanden sich Belege für bundesweit rund 50 vergleichbare Versuchsreihen an Heimkindern ohne ersichtliche Zustimmung. Während die Landesregierung von Nordrhein-Westphalen eine sorgfältige Prüfung zusagte,
verwies das Schleswig-Holsteinische Sozialministerium auf eine Untersuchung auf bundesweiter Ebene, die in den kommenden drei Jahren die Vorfälle untersuchen solle.

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Dies könnte, möglicherweise, ein längerer diesbezüglicher Artikel sein, wo man ein Abonnement haben muss um die längere Version lesen zu können. Da ich aber kein Abonement habe, kann ich nichts weiter dazu sagen.


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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Mär 04, 2017 9:17 am

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… sowohl wie auch, wie jetzt ebenso belegt, an einer großen Anzahl an einwilligungsunfähigen Erwachsenen !!

Begriffserklärung für den nachfolgenden Artikel vom 24.11.2016, ein Artikel der sich weitgehend nur auf die diesbezügliche Situation in Schleswig-Holstein bezieht:
Schleswig-Holstein“ - eins der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland, im Norden Deutschlands gelegen, das eine Grenze mit Dänemark teilt;
Landespolitik“ - in Schleswig-Holstein;
Sozialministerium“ - Sozialministerium Schleswig-Holstein;
Sozialministerin“ - Sozialministerin Kristin Alheit (
SPD) Schleswig-Holstein;
SPD-Fraktion“ - in Schleswig-Holstein;
Sozialausschuss“ - der Sozialausschuss Schleswig-Holsteins;
Peter Eichstädt“ - (
SPD) Vorsitzender des Sozialausschusses Schleswig-Holstein;
Grünen sozialpolitische Sprecherin Marret Bohn“ - Schleswig-Holstein;
SSW“ - Der Südschleswigsche Wählerverband ( Siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdschleswigscher_W%C3%A4hlerverband );
Der Parlamentarische Geschäftsführer der
FDP, Heiner Garg“ - Schleswig-Holstein;
Piraten“ - die Piratenpartei in Schleswig-Holstein;
Wolfgang Dudda“ - Vorsitzender der Piratenpartei in Schleswig-Holstein;
sozialpolitische Sprecherin der CDU, Katja Rathje-Hoffmann“ - Schleswig-Holstein.


NRD.de - Nachrichten / Berichterstattung

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[ QUELLE: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html ]

Stand: 24.11.2016 19:02 Uhr - Lesezeit: ca. 3 Min.

Medikamentenversuche: Kritik an Sozialministerium [ in Schleswig-Holstein ]


von Stefan Eilts [ siehe sein Profil @ http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Kritik-an-Sozialministerium,heimkinder208.html ]

Was ist genau in den 50er- und 60er-Jahren im damaligen Landeskrankenhaus Schleswig [in Schleswig-Holstein] passiert? Nach Berichten von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin über weitere Medikamentenversuche an Kindern in der Jugendpsychiatrie wird auch in der Landespolitik der Ruf nach Aufarbeitung lauter. Das Sozialministerium hatte in diesem Zusammenhang auf eine bundesweite Studie verwiesen, die in den kommenden drei Jahren ähnliche Vorfälle in ganz Deutschland unter die Lupe nehmen soll. Das reicht vielen Politikern aber nicht. Für die SPD-Fraktion erklärte der Vorsitzende des Sozialausschusses Peter Eichstädt, die Berichte über umfangreiche Medikamententests würden betroffen machen. "Es kann keine Wiedergutmachung für die Opfer geben, ohne zu versuchen, auch die Täter zu stellen", sagte Eichstädt.

Alheit: "Bundesweite Aufklärung"

Für Eichstädt ist auch eine umfassende Aufarbeitung durch das Land sinnvoll: "Auch wenn anscheinend solche Arzneimittelversuche an jungen Menschen ohne deren Einwilligung oder die ihrer Erziehungsberechtigten bundesweit durchgeführt wurden, so sehen wir das Land in der Verantwortung, soweit es um Handlungen in der Schleswiger Einrichtung geht, da diese in der Trägerschaft des Landes war." Eine solche Aufarbeitung könne die Aktivitäten der Landesregierung auf Bundesebene ergänzen. Sozialministerin Kristin Alheit, ebenfalls SPD, plädiert bislang für Aufklärung ausschließlich auf bundesweiter Ebene.

Die Grünen fordern ebenfalls eine lückenlose Aufklärung über die Medikamentenversuche, erklärte deren sozialpolitische Sprecherin Marret Bohn. Sie hält aber, wie das Sozialministerium, eine Lösung auf Bundesebene für sinnvoll. Dabei müsse auch ein Augenmerk auf den Einfluss der Pharmaindustrie gelegt werden. Vom SSW heißt es, es sei selbstverständlich, dass das Land bei der Aufarbeitung helfe.

Garg: "Menschenunwürdige Versuchspraxis"

Deutliche Kritik an Alheit kommt aus der Opposition. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Heiner Garg, erklärte, die NDR-Berichte würden ein erschreckendes Ausmaß an menschenunwürdiger Versuchspraxis offenbaren: "Vor dem Hintergrund der bisher offenbar nur sehr halbherzig betriebenen Aufklärung durch die Landesregierung fordern wir Ministerin Alheit auf, in dieser Frage endlich engagierter zu Werke zu gehen."

Piraten: Land soll selbst recherchieren

Wolfgang Dudda (Piraten) forderte das Land auf, nicht nur auf die geplante bundesweite Aufarbeitung zu warten, sondern eigene Recherche zu betreiben. Es sei beschämend, dass das Problem ausgelagert werde. Das Land werde "in keinster Weise seiner moralischen Verantwortung gerecht".

Für
die CDU reagierte die sozialpolitische Sprecherin Katja Rathje-Hoffmann. Die Opfer hätten ein Recht auf eine lückenlose Aufklärung: "Darum erwarte ich von der Landesregierung, dass sie mit Nachdruck dafür sorgt, dass die Opfer zu ihrem Recht kommen. Die Sozialministerin muss jetzt schnell handeln und eine umfassende Aufklärung der Missstände vorantreiben."

Fonds soll nächste Woche beschlossen werden [ Was hat der Behinderten Fonds mit der notwendigen Aufarbeitung der Medikamentenversuche“ zu tun ?? Rein garnichts! - MM ]

Das Sozialministerium hatte erklärt, eine bundesweite Aufklärung sei sinnvollerauch, um die mögliche Beteiligung von Pharmafirmen besser untersuchen zu können. Das Land habe sich massiv dafür eingesetzt, dass Medikamentenversuche und auch die Rolle der Pharmaunternehmen aufgearbeitet werden, so ein Sprecher. Man halte auch deswegen eine bundesweite Untersuchung für sinnvoller. Natürlich würden aber auch Fälle aus Schleswig-Holstein untersucht. Der Fonds, aus dem Betroffene entschädigt werden können, soll kommende Woche in Lübeck endgültig besiegelt werden.

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Die Bundesregierung scheint sich bisher überhaupt nicht öffentlich zu irgend etwas DIESBEZÜGLICHEM (d.h. ZUR AUFARBEITUNG VON DIESEN MEDIKAMENTENVERSUCHEN IN WESTDEUTSCHLAND!) geäußert zu haben. Das Internet, was den Bund betrifft, gibt überhaupt nichts DIESBEZÜGLICHES (d.h. ZUR AUFARBEITUNG VON DIESEN MEDIKAMENTENVERSUCHEN IN WESTDEUTSCHLAND!) her !!


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