Heimkinder! - Eines der wichtigsten Sachbücher überhaupt!

Heimkinder! - Eines der wichtigsten Sachbücher überhaupt!

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Dez 16, 2015 6:44 am

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Nicht nur die Gesamtgesellschaft als solche aber auch Ehemalige Heimkinder selbst scheinen dieses Sachbuch / Fachbuch wohl weitgehend übersehen zu haben.

VORWORT von Peter Wensierski zum Sachbuch / Fachbuch
»Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973)«
von JÜRGEN EILERT, V&R unipress GmbH, Göttingen (erstmalig erschienen Ende 2011).

PLEASE NOTE: I am in direkt contact with Prof. Dr. Jürgen Eilert at the YMCA-University and I have made him aware that I am spruiking his book on the Internet (and I am doing so totally unasked!) and of the manner in which I am doing so; he has voiced no objection. Indeed, I would say he is rather pleased about it.

Vorwort - von Peter Wensierski - aufgezeichnet @ https://books.google.com.au/books?id=goBOSdQVEM4C&pg=PA23&source=gbs_toc_r&cad=2#v=onepage&q&f=false ( Vorwort vom 14. September 2014 - auf Seite 23, 24, 25, 26 und 27 dieses Sachbuchs / Fachbuchs )

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Vorwort

An einem Tag im August des verregneten Sommers 2011 traf ich in einem Café nahe dem Berliner SPIEGEL-Büro am Pariser Platz den Jesuitenpater Klaus Mertes. Mertes hatte im Januar 2010 nach langem Schweigen den Missbrauchsskandal am Canisius-Kolleg bekannt gemacht. Eine Welle von Enthüllungen im ganzen Land war die Folge. Hunderte von Opfern machten auf einmal öffentlich, was jahrzehntelang verschwiegen und vertuscht worden war.

Seit Anfang 2011 überwies die Kirche etlichen von ihnen als »Anerkennung erlittenen Leids« eine einmalige Geldsumme, meist 5000 Euro, mal mehr, mal weniger, manchmal auch nichts. Auch die ehemaligen Heimkinder sollen in ähnlicher Höhe ausgezahlt werden.

Für die Öffentlichkeit signalisieren derartige Zahlungen ein »abgehaktes« und damit offensichtlich »erledigtes« Problem – und damit wohl auch ein Ende der Debatte. Unser Gespräch drehte sich um solche Fragen und darüber, dass eine befriedigende Antwort nach den Ursachen von Gewalt und Vertuschung in Internaten, Heimen und Gemeinden der Kirche noch aussteht.

Ich wollte von Mertes wissen, was denn für ihn persönlich die wichtigste Lehre bisher gewesen sei. Mertes antwortete: »Genauer hinhören, was die Opfer uns zu sagen haben, jeden ihrer Sätze zur Kenntnis nehmen und gründlicher darüber nachdenken, als wir es bisher gemacht haben, um an die eigentlichen Ursachen heranzukommen.«

Genau dies und viel mehr macht nun Jürgen Eilert in seiner hier vorliegenden Arbeit. Was Mertes fordert – was eigentlich Aufgabe einer großen Institution wäre – , genau das liegt mit dieser Arbeit vor.

Ich habe soeben die letzte Seite des umfangreichen Werkes gelesen, habe es beiseite gelegt und bin von der Weite, der Tiefgründigkeit und Radikalität, wie Eilert den Fragen konsequent nachgeht, beindruckt.

Er analysiert die Aussagen ehemaliger Opfer der Heimerziehung mit höchster Genauigkeit und Aufmerksamkeit, nimmt sie ernst, ordnet sie ein und stellt sie in einen klärenden größeren Zusammenhang. Eilert erkennt den dahinter stehenden Sinn, er ermöglicht Deutungen in anderen Horizonten beim Blick auf ein bis vor kurzem beinahe übersehenen Problem, das seine Wurzeln viel tiefer hat, als manchen lieb ist: Tiefer in unserer Gesellschaft und tiefer auch in Anteilen unserer menschlichen Natur, zu denen wir in ein kritisches Verhältnis zu treten haben, wenn uns an der Nachhaltigkeit von Menschenwürde und Menschenrechten gelegen ist. Eilert wagt eine brisante These: Im Heimsystem hatten die Deutschen das rassehygienisch-eugienische Paradigma – eine kulturell kodierte evolutionspsychologische Dynamik und geschaffen zur Vernichtung der osteuropäischen Völker und des europäischen Judentums – habituell auf ihre eigenen Kinder gerichtet. Ist das nicht vielleicht überspitzt?

In einem Gespräch spitzte Eilert diese These auf das Beispiel der deutschen Kriegswaisen zu. Wer durch Hitlers Krieg ohne Eltern, komplex traumatisiert, verarmt, durch Kriegserfahrungen vielleicht verhaltensauffällig, heimatlos und verlassen war, wurde mitsamt seinen kriegsbedingten Verhaltensschwierigkeiten in den Heimen der Nachkriegszeit nun noch einmal durch eine implizit eugienisch-rassehygienische Brille begutachtet und entsprechend behandelt. Die Kinder der 50er Jahre wurden durch ihre eugienisch verblendete Elterngeneration – zwar abgeschwächt aber dem Richtungssinn nach – genauso behandelt, wie die deutsche Besatzungsmacht slawische Kinder und Jugendliche vor 1945 behandelt hat.

Teils geschah dies bis weit in die 60er Jahre hinein, vereinzelt bis in die Anfänge der 70er. Eilert kommt zu der Ansicht, man könne das Leiden der deutschen Kriegswaisen und anderer verlassener und verarmter Kinder in den Heimen der Nachkriegszeit nur ganz verstehen, wenn man auch bereit ist, das Leiden der slawischen Kinder anzusehen.

Erst im Blick auf das »osteuropäische Original« entschlüsseln sich die Leiden der Heimkinder als »ermäßigte Form« eines im Osteuropa des Zweiten Weltkrieges vollständigen Vernichtungswillens für die als unwert erklärten Kinder.

Die deutschen Opfer fügen sich mit ihrem Leid ein in das Leiden, das die Deutschen über ganz Europa gebracht haben und das den Deutschen – falls sie diesen inneren Zusammenhang zur Kenntnis nehmen wollen – eine affektive Brücke auch zu den osteuropäischen Opfern bauen kann. Wenn sie diesen Zusammenhang zulassen, so wäre dies auch ein nachhaltiger Schritt für die Aussöhnung Deutschlands mit den osteuropäischen Völkern. Und die erschreckende Kenntnis: Was sie den osteuropäischen Kindern angetan haben, das haben sie auch ihren eigenen Kindern angetan. Manchmal sogar am gleichen Ort. Mir fällt da sofort der Kalmenhof in Idstein/Hessen ein. In der Nazizeit schon Erziehungsheim und zugleich Zwischenstation für eugienisch ausgesuchte, zum Töten bestimmte minderjährige Euthanasie-Opfer. In der Turnhalle des Kinderheims war sozusagen der Stauraum für Hadamar. Hier kamen die Busse mit den ausgesonderten Kindern an, die als lebensunwert galten, hier warteten sie noch ein paar Tage oder Wochen auf ihren Tod.

Ein Arzt machte hier seine Experimente mit Kindern, eine Schwester tötete sie direkt im Klamenhof, bis die amerikanischen Soldaten Idstein eroberten. Und nach 1945? Die Heimkinder hatten als »Erzieher« frustrierte Ex-Wehrmachtssoldaten, ehemalige KZ-Aufseher, Altnazis aller Art. Bis weit in die 60er-Jahre hinein gab es sadistische Folterszenen, blutige Schlagorgien, bestialische Bestrafungen – Menschenrechtsverletzungen, die nicht geandet wurden.

Die Deutschen haben ihre eigenen Kinder umgebracht, weil sie rassehygienisch verblendet waren und in ihrem Wahn noch nicht einmal mit den »eigenen« deutschen Opfern menschlich umgehen konnten. Diese Ausgrenzung und Trennung von Menschen in »eigen« und »fremd«, die Auskoppelung von Menschen und Menschengruppen aus den ethischen Verpflichtungen einer Gesellschaft gehorcht evolutionären Prozessen, die sich unter bestimmten Bedingungen Geltung verschaffen können. Eilert beschreibt sowohl evolutions-psychologische Originale dieser Aussonderungsprozesse als auch deren kulturgeschichtliche Kontextualisierungen: die Aussonderung von Schwachen und Wehrlosen als Schattengeschichte menschlicher Zivilisationen. Naturgeschichte in Chiffren und soziokulturellen Mustern der Kulturgeschichte, zugespitzt schließlich auf den Heimskandal und seine eugienische Geistes- und Institutionengeschichte im deutschen 19. Jahrhundert. Eilerts Arbeit kommt zur Konsequenz: Leiden ist universal und trennt nicht zwischen Leiden der je variabel kodierten »in-group« und dem Leiden der »out-group«. Leiden trennt nicht zwischen slawischen und deutschen Kindern.

Erst wenn wir das anzuerkennen bereit sind, kann echtes Mitgefühl entstehen. Mitgefühl aber ist der erste Schritt zur Aussöhnung von Völkern. Er fragt: Gibt es eigentlich überlebende Jugendliche des Polen-Jugendverwahrlagers Litzmannstadt? Gibt es überlebende Kinder und Jugendliche von Lidice, die durch Wehrmacht und SS ebenfalls in deutsche (horribile dictum!) »Fürsorgeeinrichtungen« verbracht wurden?

Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie geht es ihnen? Sind sie verarmt? Gibt es Spätschäden aus ihrer Zeit in der deutschen »Fürsorge«? Wie sind die gesundheitlich versorgt? Welche Botschaft haben sie für die Deutschen?

Und am Ende steht die Frage: Wie gehen wir heute mit Menschen um, die nicht »zu uns gehören« weil sie »anders« sind? Am Ende steht die bedrohliche Möglichkeit offen, dass es auch in der Postmoderne zu Markierungen unwertiger Menschen kommen kann und dass die Aussonderung solcher Menschen nicht an eine nationalsozialistische Weltanschauung gekoppelt sein muss. So gesehen handelt es sich bei den Geschehnissen nicht um ein Spezialthema einer Betroffenengruppe und ist daher auch nicht mit Entschuldigungen, Entschädigungen und dergleichen aus der Welt zu bringen. Das wird mit der hier vorliegenden Arbeit erstmals deutlich. Es geht auch nicht darum, ob die Erziehung zu streng war, es geht nicht um »Schwarze Pädagogik«, es geht überhaupt nicht um Pädagogik, sondern um Menschenrechtsverletzungen, die die deutsche Gesellschaft mit all ihren Institutionen, die Kirchen voran, drei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs mitten unter sich gedultet hat, ja sogar systematisch gewollt und praktiziert hat und die ihre Ursachen in evolutionspsychologischen Dynamiken hat, denen es um Ausgrenzung, Absonderung, Vernichtung alles Fremden, alles Nicht-Dazugehörenden geht. Diese stammesgeschichtlich überkommenen Dynamiken beschreibt Eilert ohne das Kulturwesen Mensch biologistisch zu reduzieren. Er benennt sie aber eindeutig und weist dem Menschen die Aufgabe zu, sich zu diesen Dynamiken in ein kritisches Verhältnis zu setzen, unter welchem soziokulturellen Deckmantel sie sich auch immer neu entfalten mögen.

Ich habe die Leiden der Heimkinder in meinem Buch »Schläge im Namen des Herrn« damit beschrieben, dass sie gleich generationenweise zur falschen Zeit am falschen Ort waren, ob das die Edelweißpiraten in der Nazizeit waren oder die Halbstarken in den 50er Jahren oder die Gammler in den 60ern. Sie wurden eingesperrt, weggeschafft, gebrochen, weil für sie in der perfekten Wirtschaftswunderwelt ihrer Elterngeneration kein Platz war. In den 50er- und 60er-Jahren tobte der Kampf in Deutschland zwischen den Anhängern der Nazizeit, zwischen den Deutschen, die für Zucht und Ordnung waren und denen, die sich schon am demokratischeren westlichen Lebensstil und kulturell an Amerika orientierten. Die Jugendlichen, die ein anderes Leben als ihre Eltern wollten, waren da nur eins: Sie waren störend und kamen deswegen ins Heim. »Störenfriede« war ein Buchtitel, über den ich alternativ zum Gewählten nachgedacht hatte. Hunderttausende wurden dort dann zerrieben, weil die Gesellschaft sich so gegen den Wandel wehren konnte – bis die Revolte der Studenten von 1968 den endgültigen Wandel brachte – , wenn man so will, auch das Ende der Nazizeit in den Köpfen – und in den Heimen.

In der evangelischen »Diakonie Freistatt« bei Diepholz stehen noch die mit Torf gefüllten Loren, die minderjährige Fürsorgezöglinge wie Zwangsarbeiter bis 1972 ins Moor geschoben haben. Dort wurden Tausende von Kindern und Jugentlichen – noch heute ist das bei einem Besuch vor Ort unübersehbar – geographisch-physisch wahrhaft »ausgegrenzt«. Weit abgelegen vom nächsten Zivilisationspunkt, vollkommen abgetrennt von der Gesellschaft, ein gigantisches Isolationslager der »Störenfriede«.

Im Mädchenheim Fuldatal bei Kassel gibt es noch immer die »Besinnungszimmer« zu sehen. Orte der Isolation, in denen bis 1970 Kinder eingesperrt wurden, wie zuvor schon in den Zeiten der Fürsorge in den 20er- und in den 40er-Jahren, als die Nazis hier ein KZ und Arbeitslager betrieben.

Im Kalk der Wände dieser Zellen sind die Hilfeschreie von Kindern und Jugendlichen eingeritzt, die hier fast ein ganzes Jahrhundert unter wechselnden politischen Verhältnissen in Deutschland als »wertlos« abgeschoben worden waren. Ein Musem oder besser eine Gedenkstätte wäre hier wie dort angemessen. Dort könnte man nachempfinden was Jürgen Eilert auf den nachfolgenden Seiten beschrieben hat.

Berlin, 14. September 2011 – Peter Wensierski

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http://www.amazon.de/Psychologie-Menschenrechte-Menschenrechtsverletzungen-deutschen-Heimsystem/dp/3899719026

Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973); mit einem Vorwort von Peter Wensierski (German Edition)

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Taschenbuch: 958 Seiten
Verlag: V&R Unipress
Auflage: 1. Auflage (1. Nov. 2011; 7. Dez. 2011)
Sprache:: Deutsch
ISBN-10: 3899719026
ISBN-13: 978-3899719024
Größe und/oder Gewicht: 16,2 x 5,6 x 24,1 cm

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http://www.amazon.com/Psychologie-Menschenrechte-Menschenrechtsverletzungen-Heimsystem-Wensierski/dp/3899719026

Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973); mit einem Vorwort von Peter Wensierski (German Edition)

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Paperback: 958 pages
Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
Edition: 1. Edition (1 Nov. 2011; 7 Dez. 2011)
Language: German
ISBN-10: 3899719026
ISBN-13: 978-3899719024
Product Dimensions: 6.4 x 2.2 x 9.5 inches
Shipping Weight: 2.8 pounds

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Beitragvon Martin MITCHELL » Do Dez 17, 2015 11:55 am

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Nicht nur die Gesamtgesellschaft als solche aber auch Ehemalige Heimkinder selbst scheinen dieses Sachbuch / Fachbuch wohl weitgehend übersehen zu haben.

Bei AMAZON @ http://www.amazon.de/Psychologie-Menschenrechte-Menschenrechtsverletzungen-deutschen-Heimsystem/dp/3899719026 wird dieses Sachbuch / Fachbuch, jeweilig, in Deutsch, Englisch und Polisch, wie folgt vorgestellt:

Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973).
von JÜRGEN EILERT, von V&R unipress (7. Dezember 2011)

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Taschenbuch: 958 Seiten
Verlag: V&R unipress
Auflage: 1., Aufl. (7. Dezember 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3899719026
ISBN-13: 978-3899719024
Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16 x 5,2 cm

Kurzbeschreibung [ in three languages: German; English; Polish ]

DEUTSCH:
Menschenrechtsverletzungen in deutschen Erziehungsheimen nach 1945 waren einerseits durch die Auslieferung von Kindern und Jugendlichen an die totale Institution »Kinderheim« bedingt, anderseits durch implizite eugenische und rassenhygienische Traditionen: »Verwahrloste« wurden auch nach 1945 als Menschen zweiter Klasse kodiert. Dies zeigt sich auch in habituellen und personellen Kontinuitäten zu NS-Jugendkonzentrationslagern und zum »Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt« (slawische Jugendliche galten den NS-Besatzern vor 1945 a priori als »verwahrlost«). Den dabei wirksamen und kulturgeschichtlich breit nachweisbaren holistischen Deutungsschemata liegen evolutionäre Adaptationen zugrunde. Auf deren Grundlage können Interaktionen, Organisationen, gesellschaftliche Funktionssysteme und ganze Gesellschaften im Sinne menschenverachtender Praktiken rekodiert werden, ohne dass dieser Entmenschlichungsprozess an eine spezifische (z.B. NS-)Weltanschauung gebunden sein muss.

ENGLISCH:
Human rights violations in German residential
foster homes [ ie. institutions ] after 1945: On the one hand happening through the complete institutionalizing of foster children, on the other hand through implicit eugenic and racial hygiene traditions. Run-down, neglected people were coded second class, even after 1945. This becomes obvious in habitual and personal continuities of NS youth concentration camps and the Polish youth detention camp (Jugendverwahrungslager) Litzmannstadt (before 1945 Slavish youth were a priori seen as second class). The holistic interpretation schemes which are broadly culturally and historically evident and in effect here are based on evolutionary adaption. These interactions, organizations, societal systems and whole societies with regards to inhuman practices can be recoded. This is possible without necessarily binding this de-humanization process on one specific (e.g. NS-) worldview.

POLISCH:
Przypadki amania praw cz owieka w niemieckich zak adach wychowawczych po roku 1945 by y uwarunkowane z jednej strony totalnym zinstytucjonalizowaniem opieki nad dzie mi w o rodkach, z drugiej strony implikacjami wynikaj cymi z tradycji eugeniki i utrzymania higieny rasowej. Zaniedbani to tak e po roku 1945 ludzie drugiej kategorii. Jest to zwyczajowa oraz personalna ci g o narodowosocjalistycznych obozów koncentracyjnych dla m odzie y oraz obozu prewencyjnego dla m odzie y polskiej w odzi (przed rokiem 1945 s owia skie dzieci by y dla okupantów a priori zaniedbane ). U pod o a dzia aj cych tutaj i w historii kultury cz sto spotykanych holistycznych schematów interpretacji le ewolucyjne adaptacje, zgodnie z którymi interakcjom, organizacjom, systemom spo ecznym oraz ca ym spo ecze stwom mog by przyporz dkowane nowe negatywne warto ci zgodnie ze stosowanymi praktykami pogardzania lud mi, przy czym ten proces odcz owieczania nie musi by zwi zany ze specyficznym (np. narodowosocjalistycznym) wiatopogl dem.

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Beitragvon Martin MITCHELL » Fr Dez 18, 2015 5:03 am

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Nicht nur die Gesamtgesellschaft als solche aber auch Ehemalige Heimkinder selbst scheinen dieses Sachbuch / Fachbuch wohl weitgehend übersehen zu haben.

REZENSION @ http://www.cvjm-hochschule.de/ueber-uns/lehrende/juergen-eilert/ zu dem Werk »Psychologie der Menschenrechte« von JÜRGEN EILERT (2011)

PLEASE NOTE: I am in direkt contact with Prof. Dr. Jürgen Eilert at the YMCA-University and I have made him aware that I am spruiking his book on the Internet (and I am doing so totally unasked!) and of the manner in which I am doing so; he has voiced no objection. Indeed, I would say he is rather pleased about it.

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Dissertation: Psychologie der Menschenrechte

Eine Rezension von Dr. Erich Schellhammer

Dr. Jürgen Eilerts Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973) beinhaltet eine umfangreiche und detailgenaue Analyse der Berichte von westdeutschen Heimkindern vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 11.12.2006. Das Buch eruiert systemisch die Menschenrechtsverletzungen, die selbst für die damaligen Zeiten der autoritären Erziehungsvorstellungen offensichtlich waren. Die Doktorarbeit erklärt diese Missstände durch sozial-psychologische Modelle. Dr. Eilert setzt damit
ein Mahnmal für die Menschenwürde. Das Buch wird dadurch zu einem weiteren Mosaikstein in den Reflektionen über deutsche Geschichte, die kausal dazu beiträgt, dass die Zielvorstellung der Menschenwürde für die deutsche Gesellschaft weiter konkretisiert wird.

Gemäß der Berichte war die Heimaktualität sowohl durch Konformität, Gehorsam, Erwartung der Akzeptanz hierarchischer sozialer Ordnungen geprägt als auch durch Deindividuation. Die Gewaltmanifestationen werden kategorisiert als die methodische Anwendung von körperlicher und psychischer Gewalt, als Gewaltexzesse, als sexuelle Gewalt und als Gewalt, die die Kinder deindividualisiert hat. Dr. Eilert beschreibt auch die Auswirkungen dieser Erfahrungen, wie z. B. eine erhöhte Selbstmordrate, gering ausgebildeten Selbstwert, Gewaltbereitschaft, sexuellen Mißbrauch durch die Leidensträger selber und andere Phänomene, die typisch sind für traumatisierte Menschen.

Erving Goffmans Arbeit über Institutionen wird herangezogen und festgestellt, dass die Heime den Merkmalen einer "Totalen Institution" entspricht. Bezeichnend für eine Totale Institution ist die persönlichkeitsverändernde Wirkung der Institution auf die Insassen. Dies wird bewerkstelligt durch die Beschränkung der sozialen Umwelt, durch die Kontrolle der Freiheitsräume, durch ökonomische Abhängigkeit, durch entwürdigende Eintrittsrituale, durch die Kontrolle des persönlichen Besitzes, durch unkalkulierbare körperliche und psychische Übergriffe, durch Internalisierung der Fremddefinition des Seins, durch Stigmatisierung, durch Entindividualisierung, durch Kontrolle der Lebenswelt durch willkürliche Inspektionen, durch Bloßstellungen und Beschämungen, durch Demütigungen unter den Insassen und durch die Verhinderung von positiven sozialen Verhältnissen.

Dies sind alles Erfahrungen, die durch die Berichte der ehemaligen Heimkinder belegt sind. Dabei stellt Dr. Eilert fest, dass diese Lebenswelt oft als normal empfunden wurde, sowohl von den Opfern als auch von den Tätern. Die Erfahrung einer Totalen Institution macht die Insassen abhängig von der Einrichtung. Sie haben dann oft erhebliche Probleme, sich in eine freiheitliche Gesellschaft zu integrieren.

Die Empathie des Autors gegenüber dem Schicksal der ehemaligen Heimkinder ist in dem Buch nachvollziehbar. Sie drückt sich sowohl durch rhetorische Herausstellungen der erfahrenen Ungerechtigkeiten aus, als auch durch eine Intoleranz gegenüber theoretischen Modellen, die menschenunwürdiges Verhalten rechtfertigen könnten. Insbesondere Theorien, die angeblich kommunikative Kohärenz als ausreichend erachten, um Systeme zu erklären und zu legitimieren, werden vehement angeklagt.

Als mögliche Erklärung für die Totale Institution und die berichteten Menschenrechtsverletzungen verwendet Dr. Eilert psychologische Konzepte. Er bezieht sich dabei auf die Begründung von Verhaltensmustern und Weltauffassungen durch mögliche synaptische Verbindungen in den unterschiedlichen Bereichen des Gehirns. Dabei sind Bereiche im Gehirn involviert, die der rationalen Einsicht schwer zugänglich sind.

Diese Bestimmung des Menschen kann auch durch Interventionen erreicht werden. Der Autor analysiert diesbezüglich auch die Stanley-Milgram-Studie und das Stanford-Prison-Experiment. In solchen Umständen treten Verhaltensmuster zutage, die in evolutionsgeschichtlichen Perioden der Menschwerdung eventuell sinnvoll waren, in der heutigen Zivilisation jedoch vermieden werden sollten, da sie in der Regel unserem Selbstverständnis des menschenwürdigen Daseins widersprechen.

Allerdings sind diese Perspektiven nach wie vor zugänglich und reproduzierbar. Sie lassen sich auch in der Gesellschaft nachweisen. Es kann auch durch Geschichtsanalyse bestätigt werden, dass eigentlich evolutionsgeschichtlich überkommene Verhaltensmuster bis heute gepflegt werden.

Dr. Eilert stellt diesbezüglich eine Verbindung her zwischen Reproduktionsvorstellungen, die Dominanzordnungen zugrunde legen. Demgemäß wird darauf geachtet, die durch die gesellschaftliche Vorstellung hochwertigen Mitglieder (das sind auch Kinder mit hohem Reproduktionspotential) zu fördern. Damit geht die Minderbewertung von Kindern aus gewissen Umständen einher, die sich oft durch Vernachlässigung und Schlimmeres ausdrückt. Diese aus heutiger Sicht primitiven Adaptionsvorstellungen lassen sich in den Heimen der Nachkriegszeit feststellen.

Darüber hinaus belegt der Autor, dass diese Adaptionsstrategien auch in der für Deutschland maßgeblichen Kulturgeschichte nachweisbar sind. Diese sieht Dr. Eilert zum Beispiel in der römisch geprägten patriarchalischen Familienordnung, die lange das deutsche Familienbild geprägt hat. In seiner geschichtlichen Analyse interpretiert Dr. Eilert das frühe Christentum als einen Versuch, die unterschiedliche Verteilung der Würde des Menschen zu überwinden. Allerdings hat sich diese revolutionäre Caritas in der weiteren geschichtlichen Entwicklung des Christentums nicht durchsetzen können. Dies hat zur Folge, dass das Abendland durchaus evolutionsgeschichtlich überholte Sozialadaptionsstrukturen bis in die heutige Zeit kennt und pflegt.

Eine tragische Wende in der Rezeption von menschenwürdigem Verhalten erfolgt im 19. und 20. Jahrhundert durch die Bevölkerungstheorie des Thomas Malthus, die Evolutionsbiologie (Lamarck, Ernst Haeckel), durch den Sozialdarwinismus und durch eugenetisches Gedankengut (Gobineau, Francis Galton, Alfred Ploetz, Alexander Tille). Dieses Gedankengut hat auch die Heimerziehung zu dieser Zeit beeinflusst (durch das Prinzip der Tüchtigkeit und dem Kriterium der Verwahrlosung im Reichsjugendwohlfahrtsgesetz).

Diese Akzeptanz von vorgeschichtlich menschlichem Verhaltensmuster obsiegte während des Dritten Reiches. Seine Manifestationen sind für den Autor von besonderem Interesse, da sie einen Extremfall der Regression darstellen, die uns als abschreckende Beispiele dienen sollen und von denen wir lernen sollten. Mit dieser Einstellung gehört Dr. Eilert zu der neueren deutschen intellektuellen Kultur, die aufgrund einer Reflektion über das Dritte Reich Prinzipien für eine menschenwürdige Ordnung finden will und wohl auch gefunden hat.

Dr. Eilert untersucht in diesem Zusammenhang Dr. Robert Ritters Vorstellung von angeblich erblichen Anlagen zur Asozialität (die sich objektiv gesehen an der SS-Vorstellung des Menschen orientierte). Dr. Eilert beschreibt und analysiert Dr. Ritters Verwahrungsvorschläge für Jugendliche, die zum Beispiel im Jugend-Konzentrationslager Moringen umgesetzt wurden.

Des weiteren eruiert der Autor das Polen-Jugendverwahrlager in Litzmannstadt, in dem polnische Kinder und Jugendliche schon grundsätzlich als minderwertig galten - das heißt, völlig unabhängig davon, ob sie denn nun nach Nazi-Vorstellung als verwahrlost eingestuft wurden. Die Behandlung der Jugendlichen wird aufgezeigt, wobei ähnliche Erscheinungen in abgeschwächter Form auch in den Heimen der Nachkriegszeit nachgewiesen werden (dies geschah auch - für viele unverständlich - in christlich geprägten Heimen). Die Aktualität in Litzmannstadt war geprägt durch Einlieferungsrituale, Diagnostik, streng geregelten Tagesablauf, Kleidungskodex, Disziplin gekoppelt mit Strafe, Appelle, schlechte Nahrung, starke Arbeitsbelastung, Redeverbot, Misshandlungen und Erniedrigung, medizinische Unterversorgung, mangelnde Hygiene, Tod und sadistische Inszenierungen.

Dr. Eilert stellt als Gegenpol zu archaischen Dominanzgesellschaften die Gerechtigkeitsvorstellungen in der Rechtsphilosophie vor. Diese haben sich seit dem Codex Hammurabi immer weiter entwickelt. Heute finden diese Vorstellungen der Schutzpflicht gegenüber den Schwachen ihren Kulminationspunkt in den Menschenrechten der Vereinten Nationen, der UN-Kinderrechtskonvention und auch in der Grundnorm der Menschenwürde in der UN-Charta und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Das Buch erläutert auch sehr kurz die philosophiegeschichtliche Begründung der Menschenwürde. Dies ist ein zweifellos sehr ambitioniertes Vorhaben! Dabei kommt der Autor zu dem Schluss, dass unser Begriff der Menschenwürde immer noch erklärbar ist als eine Reaktion gegenüber den offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen der Nazis und ähnlicher menschenverachtender Gruppierungen.

Bezugnehmend auf Silivia Staub-Berlasconis Systemismus (einem Mittelweg zwischen Atomismus und Holismus) wird die Menschenwürde konkretisiert als ein "Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben und damit Bedürfnis- (nicht Wunsch-) Erfüllung und Wohlbefinden" (Seite 822) wobei genügend Ressourcen vorausgesetzt werden. Dies bedingt eine Machtkontrolle innerhalb von menschlichen Systemen in Anbetracht vorrangiger menschlicher Bedürfnisse, wie zum Beispiel Überlebens-, Unversehrtheits-, Freiheits-, Enfaltungs-, Orientierungs-, Liebes-, Anerkennungs- und Gerechtigkeitsbedürfnisse.

Dabei sind sich beide, Dr. Eilert und Dr. Staub-Berlasconi, bewusst, dass dies eine ständige Neubegründung aufgrund der Veränderungen des Sozialvertrags erfordert und dass es dabei keine metaphysische oder ethische Letztbegründungen gibt. Dennoch entsteht dadurch ein hinreichend definiertes Mandat für die Sozialarbeit, also die "Befriedigung biologischer, psychologischer und sozialkultureller Bedürfnisse" (Seite 825) im Rahmen vorhandener Ressourcen.

Für den Autor ist die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 ein Ausdruck dieser Auffassung der Menschenwürde für Kinder. Er geht auch ausführlich auf den Schutz unverletzlicher Menschenrechte im Grundrechtskatalog des Grundgesetzes (GG) der Bundesrepublik Deutschland ein (wobei der besondere Schwerpunkt auf der verfassungsgemäßen Auslegung des Art 1 und 2 GG liegt). Viele dieser Rechte wurden Kindern in Heimen der frühen Nachkriegsjahre nicht gewährt und dadurch wurden viele in ähnlicher Weise traumatisiert wie wir es von Folteropfern, den Opfern von sexuellem Missbrauch und von Kriegsteilnehmern kennen.

Die Folgen sind oft irreparable Schäden der Psyche mit bekannten Auswirkungen. Menschenwürde heißt auch, Menschen vor solchen Einflüssen zu schützen, die "den Mensch psychisch, sozial, politisch, religiös oder ökonomisch so vereinnahmen, dass er keine eigene Stellungnahme zu seinem ihn funtionalisierenden Umfeld mehr abgeben kann" (Seite 891).

Dr. Eilerts monumentales Werk analysiert die Struktur vieler Kinderheime des 19. und 20. Jahrhundert. Die Ergebnisse stimmen mit den Beschreibungen von sozialen Institutionen für diese Zeit durch post-Strukturalisten, wie zum Beispiel Michel Foucault, weitgehend überein. Das industrielle Zeitalter ist demgemäß geprägt durch soziale Strukturen, die einen Menschentypus produziert, der seine gesellschaftliche Rolle als individuelle Selbstverwirklichung begreift. Dabei wird auch in Kauf genommen, dass Randgruppen systematisch ausgegrenzt oder, im schlimmsten Fall, ausgemerzt werden.

Dem Autor gelingt es durch seine Analyse, die vorherrschende Heimstruktur der Nachkriegsjahre bis 1974 aufgrund einer pschychologisch-ontologischen Argumentation als menschenunwürdig zu erklären. Dies verstärkt die geschichtsbezogene Perspektive, bzw. den Diskurs in Deutschland, aus den schrecklichen Erfahrungen der Nazi-Diktatur zu lernen und eine bessere Gesellschaft zu schaffen.

Eine psychologisch-ontologische Vorgehensweise ermöglicht auch eine Beurteilung ähnlicher Erscheinungen in der Welt, wie zum Beispiel die Erfahrungen vieler Ureinwohner in Internaten in Kanada und Australien - Gesellschaften, die den deutschen Kulturbezug zum Dritten Reich ja nicht kennen. Der neurowissenschaftliche Ansatz birgt auch die Hoffnung, dass den Opfern durch positive Interventionen geholfen werden kann (eine Aufgabe, die sich oft über Generationen hinzieht).

Psychologie der Menschenrechte. Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1974)
ist ein Mahnmal für die Menschlichkeit. Diese Dissertation belegt anschaulich, wie einfach und wie gefährlich es ist, archaischen Dominanzstrukturen zu verfallen. Viel Arbeit ist jedoch noch nötig, um die Menschenwürde zu aktualisieren. Dazu muss wohl die richtige Gesinnung geschaffen werden und dieses Buch kann diesem Zweck dienen. Es ist auch besonders gut geeignet für Sozialarbeiter, die sich bewusst sein müssen, dass ihr Berufsstand viel Macht vermittelt, die dazu genutzt sein soll, dem Menschen eine würdiges Dasein zu ermöglichen.

Erich P. Schellhammer,
M.A., Ph.D.,
Associate Professor,
Co-Program Head, B.A. in Justice Studies,
School of Peace and Conflict Management,
Royal Roads University, Kanada
[ United Nations - mandated University ]

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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Sa Feb 06, 2016 4:06 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Heimkinder! - Eines der wichtigsten Sachbücher überhaupt!

Beitragvon Martin MITCHELL » Do Dez 24, 2015 4:10 am

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Nicht nur die Gesamtgesellschaft als solche aber auch Ehemalige Heimkinder selbst scheinen dieses Sachbuch / Fachbuch wohl weitgehend übersehen zu haben.

Bezüglich dem Autor des in 2011 erschienenen Sachbuchs / Fachbuchs »Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973)«, JÜRGEN EILERT.

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Wer ist JÜRGEN EILERT?

Alles bezüglich JÜRGEN EILERT ist hier zu finden @
http://www.cvjm-hochschule.de/ueber-uns/lehrende/juergen-eilert/ insbesondere auch sein Werdegang


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Werdegang

6 Jahre
ehrenamtliche evangelische Jugendarbeit (EJW, Frankfurt am Main)
Studium der Psychologie und Evangelischen Theologie
Diplom Psychologe (Johann-Gutenberg-Universität, Mainz)
Diplom-Theologe (Philipps-Universität, Marburg).
Schwerpunkte: Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Klinische Psychologie, Philosophische Anthropologie.

10 Jahre
Praxis- und Berufserfahrungen in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und angrenzender Handlungsfelder (Schulpsychologischer Dienst, Erziehungs- und Familienberatung, Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, Psychiatrie, Psychosomatik, Wiedereingliederungshilfe für Behinderte, Sozialtherapie, Erwachsenenbildung, Qualitätsmanagement)

Erstes Theologisches Examen, Vikariat und Zweites Theologisches Examen bei der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau

Seit 2005
Fachlehrer für Sozialpädagogik am CVJM-Kolleg (Fachschule für Sozialpädagogik)

Seit 2011
Professur für Theorien der Sozialen Arbeit an der CVJM-Hochschule [ Kassel ]

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PLEASE NOTE: I am in direkt contact with Prof. Dr. Jürgen Eilert at the YMCA-University and I have made him aware that I am spruiking his book on the Internet (and I am doing so totally unasked!) and of the manner in which I am doing so; he has voiced no objection. Indeed, I would say he is rather pleased about it.
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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am Di Feb 09, 2016 5:35 am, insgesamt 1-mal geändert.
Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit.“ MM
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Heimkinder! - Eines der wichtigsten Sachbücher überhaupt!

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Jan 20, 2016 2:42 am

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Nicht nur die Gesamtgesellschaft als solche aber auch Ehemalige Heimkinder selbst scheinen dieses Sachbuch / Fachbuch wohl weitgehend übersehen zu haben.

Ich hatte Ende des Jahres 2015 – noch vor der Weihnachtszeit ( am 22.12.2015 ) – folgende Email an Prof. Dr. Jürgen Eilert, Lehrbeauftragter an der CVJM-Hochschule in Kassel, adressiert / gesandt:

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Subject: Bezüglich Ihrer hochkaratigen 2011-Diplomarbeit »Psychologie der Menschenrechte«

Sehr geehrter Herr Professor Eilert,

in Bezug auf Ihre 2011-Diplomarbeit als Sachbuch / Fachbuch,

»Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973)«

die ich hoch schätze, obwohl ich noch keine Möglichkeit hatte sie hier in Australien, wo ich schon seit dem 24.03.1964 (selbst direkt aus dieser ʻHeimerziehungʼ kommend), ansässig bin, zu lesen,

Was, insbesondere, hat sich an der gesamtdeutschen (nachkriegsdeutschen) ʻHeimerziehungʼ (BRD und DDR) im Jahre 1973 geändert, dass man hernach nicht mehr von „Menschenrechtsverletzungen“ denen die „Insassen“ in diesen „totalen Institutionen“ ausgesetzt waren, redet, bzw. reden kann?

Ihr wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir dies mal erklären könnten.

Mit freundlichen Grüßen aus Adelaide, Süd Australien

Martin

Martin MITCHELL (ex-Freistätter, Jg. 1946)

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Prof. Dr. Jürgen Eilert, Lehrbeauftragter an der CVJM-Hochschule in Kassel, hat mir am Mo. 11.01.2016 wie folgt geantwortet:

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Sehr geehrter Herr Mitchell,

Ihnen zunächst ein frohes neues Jahr. Ich habe mich sehr gefreut über Ihre positive Rückmeldung zu meiner Doktorarbeit [ »
Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973)« ] an der FU Berlin, die dankenswerterweise auch einen namhaften Verlag gefunden hat. Ich würde Ihnen gerne ausführlicher auf Ihre Fragen antworten. Derzeit ist mir das aber nicht möglich, da ich bis Ende Januar noch in vielfältige Lehrverpflichtungen meiner Hochschule eingebunden bin. In Hinblick auf mein Werk ist leider festzustellen, dass es kaum rezipiert wird. Dies mag einerseits an den knapp 1000 Seiten liegen, die man nicht so einfach durchliest.

Andererseits liegt es vielleicht an einer sehr eindringlichen Verknüpfung von

1. Evolutionärer Psychologie (als Theorie antihumanen Verhaltens)

2. Sozialpsychologie und Mikrosoziologie totaler Institutionen (wo derartige evolutionspsychologische Prozesse unter benennbaren Rahmenbedingungen losbrechen), sowie

3. Geistes-, Kultur- und Institutionengeschichte deutscher Kinderheime (wo man paradigmatisch aufweisen kann, das derartige destruktive Rahmenbedingungen in der deutschen Vergangenheit geradezu lehrbuchartig und absichtlich erzeugt worden sind).

Wenn man das nun noch mit klaren geistigen und personellen Kontinutiäten zum Dritten Reich kreuzt und das alles als systematische Verletzung der menschlichen Würde und fast aller Artikel der UN-Menschenrechts- bzw. Kinderrechtskonvention beschreibt, dann möchten viele vielleicht nicht allzu genau wissen, was dort alles schmerzlich genau beschrieben wird. Da ich in meinem zweiten Leben auch evangelischer Volltheologe bin, habe ich gerade auch in Umgang mit den kirchlichen Hintergründen dieser Misshandlungen klare geistige Kontinuitäten z.B. zur Nazi-Theologie aufgewiesen und die damit verbundenen Theologien und Praktiken als antichristlich beschrieben, was – wie man sich denken kann – auch im Widerspruch im christlichen Selbstverständnis der damaligen Akteure steht und nicht allzu gerne gelesen wird.

Ich selber sehe es so: Nicht jedes Buch ist zeitgemäß. Und manche sind auch einfach zu lang. Vielleicht braucht es noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte, bis dieses Buch zeitgemäß wird. Mich freut aber, dass es bei Ihnen offensichtlich ein wirkliches Interesse geweckt hat. Vielleicht kann es sogar heilsam sein, sich selber über die (evolutions-) psychologischen, sozialen, organisationalen, kulturellen und historischen Hintergründe des eigenen Leidensweges zu informieren. Aus meinen eigenen klinischen Erfahrungen weiß ich, dass es manchmal heilsam sein kann, die Ursachen und Wurzeln der eignen lebensgeschichtlichen Schmerzen ins Licht zu heben und all das quasi „ins Bild zu setzen“. In diesem Sinne habe ich das Buch auch den Opfern gewidmet. Es stellt Zusammenhänge her, auf deren Grundlage das Unsagbare Ihres Leidens in einen größeren Zusammenhang gestellt wird.

Derzeit kann man dass Buch gebraucht für 30.- € preiswerter (bookbutler,de) als im Handel bekommen. Ich jedenfalls würde mich über einige positive Amazon-Rezensionen freuen. Derzeit gibt es, abgesehen von einer kleinen und nur halbwegs sachadäqaten Rückmeldung, noch rein gar nichts.

Ihnen und Ihrer Familie oder Freunden also beste Grüße aus Deutschland,

Jürgen Eilert

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CVJM-Hochschule - YMCA of Applied Sciences

Prof. Dr. phil. Jürgen Eilert
Dipl.-Psychologe, Dipl/ Theologe, Systemischer Therapeut (HIS)

Hugo-Preuß Str. 40, 34131 Kassel

Phone: +49 (0) 5 61 30 87 523
E-mail:
eilert@cvjm-hochschule.de / prof.eilert@icloud.com
Web: http://www.cvjm-hochschule.de

Social: http://www.facebook.com/cvjm.hochschule

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