Ein Recht, dass Du nicht hast und dass Dir nicht zusteht!

Ein Recht, dass Du nicht hast und dass Dir nicht zusteht!

Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Jan 30, 2016 7:07 am

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Der bisherige Diskussionsverlauf einer diesbezüglichen Diskussion in einem FORUM-FUER-ERZIEHER im öffentlich zugänglichen Internet.

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http://www.forum-fuer-erzieher.de/viewtopic.php?p=54243#p54243

Beitrag von »Martin MITCHELL« vom Mi. 27.01.2016, um 13:02 Uhr


ANFANG DES ZITATS DES EINLEITENDEN BEITRAGS VON »MARTIN MITCHELL« IN AUSTRALIEN.

Martin MITCHELL hat geschrieben:.
Ein Recht, dass Du nicht hast und dass Dir nicht zusteht!

»vermeintlich« = (irrtümlich, fälschlich) vermutet, angenommen; scheinbar.

Was dann bedeutet die Redewendung »vermeintlichen Recht«?

Was genau bedeutet es wenn jemand meint Wir können Ihnen nicht zu Ihrem vermeintlichen Recht verhelfen.? – Wer ist mit Wir gemeint, wenn eine Einzelperson so etwas zu einem Opfer oder einer Opfergruppe sagt? – Für wen spricht solch eine Einzelperson?

( Warum meinen heutige Erzieher und Erzieherinnen / Pädagogen und Pädagoginnen – als riesengroße Gesellschaftgruppe, die (nehme ich mal an!) heute das notwendige KNOW HOW hat – nicht den damals in Heimen und Anstalten misshandelten Heimkindern zu ihrem »vermeintlichen Recht« verhelfen zu können? )

Meiner Meinung nach hat diese Redewendung den Vorwurf inne: »Das Denken ein Recht zu haben, das man nicht besitzt und kein Recht dazu hat einzufordern.«
Zumindest wird es so von einigen – wenn nicht sogar von vielen – Karriere-Leuten angewandt --- so angewendet gegenüber Opfern von Unrecht und Leid, die, m.E., jede Berechtigung haben Wiedergutmachung einzufordern --- angewandt von Karriere-Leuten, die den Opfern dieses Recht absprechen wollen und das von den Opfern erlittene Unrecht und Leid damit bagatellisieren (noch nicht einmal wahrnehmen wollen!).

Unter diesen Umständen von »vermeintlichen Recht« zu reden hat, m.E., immer ein herabwürdigenden Ton in sich (besonders auch dann wenn auch noch hinzugefügt wird, dass das Opfer oder die Opfergruppe nicht gehört werden soll).

Siehe auch DUDEN @
http://www.duden.de/rechtschreibung/vermeintlich .

Siehe auch dieses BEISPIEL:
»Querulạnt – jemand, der übertrieben und uneinsichtig auf seinem (vermeintlichen) Recht beharrt; Nörgler
@
http://www.wissen.de/lexikon/querulant .

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ENDE DES ZITATS DES EINLEITENDEN BEITRAGS VON »MARTIN MITCHELL« IN AUSTRALIEN.
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Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit.“ MM
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Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Jan 30, 2016 7:13 am

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Der bisherige Diskussionsverlauf einer diesbezüglichen Diskussion in einem FORUM-FUER-ERZIEHER im öffentlich zugänglichen Internet.

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http://www.forum-fuer-erzieher.de/viewtopic.php?p=54246#p54246

Beitrag von »matushka« vom Mi. 27.01.2016, um 17:59 Uhr


ANFANG DES ZITATS EINES ANTWORTBEITRAGS VON »MATUSHKA« IN DEN USA.

Matushka hat geschrieben:.
Hallo Martin,

Ich übersetze es mit "alleged".

Wird hier oft in den Nachrichten benutzt (e.g. "the alleged shooter") -- soll wohl von Vorverurteilungen abhalten .... bzw. dazu anhalten, den/die Verhafteten nicht gleich als Täter zu bewerten ("innocent until proven guilty").

Im Umgang mit Mitmenschen heisst "vermeintlich" m.E., dass man sich auf den Standpunkt des Gegenübers von vornherein gar nicht erst einlassen will/kann.

Wenn dann auch kein "Wie hast du das eigentlich gemeint" oder eine andere Frage darauf folgt, die mögliches Interesse bekundet... dann hat man für gewöhnlich seine Antwort.

Zu deinen Gedanken: Mein Eindruck ist, dass das "Gehört-Werden" sehr stark davon abhängt, was im Leben der jeweiligen Angesprochenen sonst noch so "los ist", wie sie sozialisiert sind, was ihr Berufsfokus oder persönliches Steckenpferd ist, etc.

Ein Beispiel, das ich kürzlich selbst erlebt habe: Ich habe im vorigen Jahr bei einem multidisziplinaren Symposium an der Uni ein Poster ausgestellt -- die Thematik ist m.E. sehr relevant und gehört in die Öffentlichkeit. Doch obwohl viele schlaue Menschen sich das Poster ansahen und einige davon sehr angetan waren, fand sich niemand, der sich der Problematik näher widmen wollte. Warum, ging mir erst später auf: Weil jeder Teilnehmer des Symposiums gekommen war, um seine eigene Arbeit vorzustellen (und dafür Unterstützer zu finden).

Gruß,

Sabine

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ENDE DES ZITATS EINES ANTWORTBEITRAGS VON MATUSHKA IN DEN USA.

[ HINWEIS: Soweit ich weiß und selbst nicht einem Irrtum unterliege, lebt und studiert Sabine in den USA (sie hat ihr Studium aber kürzlich abgeschlossen). – MM ]
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Zuletzt geändert von Martin MITCHELL am So Jan 31, 2016 11:29 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Jan 30, 2016 7:15 am

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Der bisherige Diskussionsverlauf einer diesbezüglichen Diskussion in einem FORUM-FUER-ERZIEHER im öffentlich zugänglichen Internet.

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http://www.forum-fuer-erzieher.de/viewtopic.php?p=54252#p54252

Beitrag von »Martin MITCHELL« vom Do. 28.01.2016, um 06:37 Uhr


ANFANG DES ZITATS EINES WEITEREN BEITRAGS VON »MARTIN MITCHELL« IN AUSTRALIEN.

Martin MITCHELL hat geschrieben:.
Hallo Sabine / »Matushka« und alle die hier mitlesen und die sich sonst noch DAFÜR interessieren.

Ja, normalerweise, immer dann wenn von jemandem der verdächtigt wird ein Verbrechen begangen zu haben die Rede ist, der „unschuldig bis der entgegengesetzte Beweis erbracht ist“, ist, sollte man natürlich "alleged" verwenden.

Ich glaube es handelt sich in dem von mir angesprochen Fall jedoch vielmehr um

Ein Recht (auf Entschädigung, z.B.), das Du, ehemaliges Heimkind, (irrtümlich, fälschlich) einforderst, dass Du behauptest zu besitzen und Du von dem Dir angeblich angetanen und erlittenen Unrecht und Leid ableitest.“

Ein Recht (auf Entschädigung, z.B.), das Ihr, ehemalige Heimkinder, (irrtümlich, fälschlich) einfordert, das Ihr behauptet zu besitzen und Ihr von dem Euch angeblich angetanen und erlittenen Unrecht und Leid ableitet.“


Und DABEI eben, wird, m.E., dem ehemaligen Heimkind / den ehemaligen Heimkindern dieses Recht abgesprochen, weil man immer noch gesellschaftlich in Zweifel stellt, dass dieses angebliche Unrecht und Leid ihm / ihnen auch tatsächlich widerfahren ist.

Obwohl tausendfach (insbesondere über die letzten 13 Jahre und mehr!) die Beweise erbracht worden sind, wird es immer noch von einigen / von vielen als wichtiger angesehen, die Täter / die Täterorganisationen – im Falle der Opfergruppe Ehemalige Heimkinder Kirche und Staat – zu schonen, als den Opfern Glauben zu schenken. Man will sie auch nicht weiter hören und ihnen die Möglichkeit geben, die von ihnen gesammelten Beweise, dem Zweifler / den Zweiflern, noch einmal vorzulegen. Auch die historischen Aspekte sollen dabei am besten verschwiegen werden und nicht mehr weiter erwähnt werden. Es soll am besten alles Diesbezügliche rein säuberlich aus der deutschen Nachkriegsgeschichte verschwinden.

Und hier Sabine / »
Matushka« stimme ich Dir ebenso zu


Matushka hat geschrieben:.
Im Umgang mit Mitmenschen heißt "vermeintlich" m.E., dass man sich auf den Standpunkt des Gegenübers von vornherein gar nicht erst einlassen will/kann.

Wenn dann auch kein "Wie hast du das eigentlich gemeint?" oder eine andere Frage darauf folgt, die mögliches Interesse bekundet... dann hat man für gewöhnlich seine Antwort.

Zu deinen Gedanken: Mein Eindruck ist, dass das "Gehört-Werden" sehr stark davon abhängt, was im Leben der jeweiligen Angesprochenen sonst noch so "los ist", wie sie sozialisiert sind, was ihr Berufsfokus oder persönliches Steckenpferd ist, etc.

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Wohl immer nach dem Motto: „Ich kann und will mich nicht damit auseinandersetzen. Ich habe viele andere Dinge zu tun. Ich habe einfach andere Prioritäten.“

It’s sad, but many people can simply not be bothered.

Gruß

Martin

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Re: Ein Recht, dass Du nicht hast und dass Dir nicht zusteht

Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Jan 30, 2016 7:17 am

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Beitrag von »matushka« vom Do. 28.01.2016, um 19:13 Uhr


ANFANG DES ZITATS EINES WEITEREN ANTWORTBEITRAGS VON »MATUSHKA« IN DEN USA.

Matushka hat geschrieben:.
Because it does not impact them personally...

Da liegt aber der Knackpunkt. A) der interessierte Mensch ist irgendwie persönlich betroffen. B) Er/sie hat genügend Mut/Voice/Impact, so dass Andere auf ihn/sie hören würden. C) Er/sie nutzt diese Position (aus) und wird zum Sprachrohr, und D) Genügend Leute werden dann selbst aktiv, sowie E), auf die verantwortlichen Systeme wird der entsprechende Druck ausgeübt.

So läuft das ja für gewöhnlich in Politik und Gesellschaft.

Bei einem Missbrauchs-Opfer, das es z.B. in hohe politische Sphären geschafft hat, wäre Selbstschutz aber womöglich oberstes Gebot.

Bißchen Polemik von mir: In Deutschland scheint Täterschutz den Menschen nach wie vor irgendwie "vertrauter" als Opferschutz.

Sabine

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