Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mo Apr 03, 2017 9:26 am

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Hier, in beiden der folgenden zwei Artikel, handelt es sich möglicherweise um Arzneimittelmissbrauch und, u.a., um das Arzneimittel "Pipamperon" !!

Die derzeitige Boardnutzerin »
Mandolinchen« im HEIMKINDER-FORUM.DE zitierte am 15.06.2013 aus der TAZ vom 15.06.2013 @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/7114-Pressetips-zum-Thema-Heimkinder/?postID=387639&highlight=Pipamperon#post387639 wie folgt:


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Kinderheim in Brandenburg

[ 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013 ]

Der Horror am Waldrand

Der Staat schickt Kinder und Jugendliche in Heime der Haasenburg GmbH, in denen brutaler Drill herrscht. Die Behörden wissen von den Missständen.

[ ……… ]

Auch in einem Dokument aus dem Jahr 2010 steht: „Klemme während einer Maßnahme werden oft nicht richtig angezogen“.

In den Steckbriefen, die die Haasenburg GmbH für jeden Jugendlichen anfertigt, gibt es auch stets die Rubrik „Medikation“: Bei einem großen Teil der Jugendlichen sind dort Psychopharmaka und Neuroleptika notiert. Ein Auszug: Olanzipin, Mitrazapin, Risperidon, Neurocil, Medikinet, Seroquel, Zyprexa, Topamax, Taxilan, Dipiperon, Pipamperon, Truxal.


Gefährliche Medikamente

Die verabreichten Medikamente haben nach Auskunft eines Psychologen erhebliche Nebenwirkung und gefährden gerade die Entwicklungsphase, in der sich Kinder und Jugendliche befinden, irreversible.


Zudem müsste der Arzt für die Vergabe erhebliche psychische Erkrankungen diagnostiziert haben. Dann aber müssten die Kinder in einer Psychiatrie untergebracht sein. Dabei besteht der PR-Berater der Haasenburg GmbH darauf: „Keineswegs ist die Haasenburg eine psychiatrische Einrichtung“.

Die Firma arbeitet seit Jahren mit einem niedergelassenen Jugendpsychiater zusammen. Für den dürfte das einträglich sein. Hanna wird oft traktiert, weil sie sich weigert, Psychopharmaka zu schlucken. Im Februar 2009 heißt es in einem Protokoll:„Hanna wird festgehalten, da sie Medikation nicht von allein nimmt, bekommt oral Medikation per Spritze von Erzieher verabreicht.“ Auch an diesem Abend dauert die Prozedur bis um 1.05 Uhr.

[ ……… ]

[
QUELLE: TAZ @ http://www.taz.de/!5065310/ ]

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Pipamperon wird auch als Dipiperon oder Floropipamid bezeichnet.“ QUELLE: http://symptomat.de/Pipamperon


RP-ONLINERheinische Post

QUELLE: http://www.rp-online.de/nrw/panorama/medikamententests-an-heimkindern-aufarbeitung-beginnt-aid-1.6595080

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9. Februar 2017 | 13.45 Uhr

Vorfälle im Rheinland

[ ... 1945-1975 ... ]

Medikamententests an Heimkindern - Aufarbeitung beginnt

Köln. Jahrelang sollen Medikamententests an wehrlosen Heimkindern im Rheinland durchgeführt worden sein - jetzt beginnt die Aufarbeitung der Vorgänge. Der kommunale Landschaftsverband Rheinland lässt die Taten in seiner Kinder- und Jugendpsychiatrie Viersen beispielhaft untersuchen.

Aufgearbeitet wird nach Angaben des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)
der Umgang mit Medikamenten in der Zeit 1945 bis 1975. In der Klinik gebe es noch umfangreiche Aktenbestände aus der Zeit.

Der LVR reagiert damit auf erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu bundesweit 50 Versuchsreihen mit Medikamenten an Heimkindern.
In NRW sollen in mindestens fünf Einrichtungen Arzneimittel an Kindern und Jugendlichen getestet worden sein.

Demnach sollen in Viersen Kinder und Jugendliche das Psychopharmakon Pipamperon bekommen haben. Der LVR wolle die Fakten wissen, egal ob die Kinder regelmäßig mit Psychopharmaka ruhiggestellt worden seien oder ob Pharmakonzerne mit Unterstützung von LVR-Einrichtungen Testreihen durchgeführt hätten, stellte der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Jürgen Wilhelm, in einer Mitteilung fest. Die Untersuchung ist nach LVR-Angaben Teil der Serie von Studien zur Verbandsgeschichte.

( rls [ =
… niemand weiß was in diesem Fall diese drei Buchstaben am Ende dieses Berichts bedeuten … ] / lnw [ = das Land Nordrhein-Westfalen ] )

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Mai 17, 2017 12:16 pm

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NRD.de - Nachrichten / Berichterstattung

NACHRICHTEN einer bundesdeutschen Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts


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[ QUELLE: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Nur-eine-nackte-Nummer,medikamentenversuche146.html ]

Stand: 17.05.2017 08:00 Uhr - Lesezeit: ca. 5 Min.

Medikamentenversuche: "Nur eine nackte Nummer"

von Julia Schumacher, Stefan Eilts [ siehe sein Profil @ https://www.ndr.de/wellenord/wir_ueber_uns/eilts150.html ]

Das ehemalige Landeskrankenhaus Schleswig-Hesterberg: Jahrzehntelang waren hier Heimkinder untergebracht, die psychisch krank oder geistig behindert waren - oder als schwer erziehbar galten. Zwei Kilometer weiter, auf dem Schleswiger Stadtfeld, befand sich die Anstalt für Erwachsene. In beiden Häusern haben Mediziner in der Vergangenheit, in den 50er bis 70er Jahren, neue Medikamente an ihren minderjährigen oder psychisch kranken Patienten getestet. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html . Nun äußert sich erstmals einer, der damals beteiligt war. Er berichtet unter anderem von Versuchen mit Präparaten, die noch gar nicht auf dem Markt waren.

"Die Ärzte waren Götter in Weiß"

Der Mann ist heute über 80 und möchte anonym bleiben. Eigentlich war er gelernter Bäcker, brauchte aber in harten Zeiten nach dem Krieg ein zweites Standbein – deshalb nahm er eine Stelle als Pfleger auf dem Schleswiger Stadtfeld an. Mit Reportern von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin betritt er erstmals seit seinem Ausscheiden wieder das Gelände: "Es sind dann 40 Jahre draus geworden, aber ich muss sagen: Ich bin hier nie richtig warm geworden, weil da viele Dinge waren, die mir eigentlich zuwider waren."

Der Mann beschreibt die Arbeit in der Klinik als ein fast militärisches System, mit klarer Hackordnung: "Die Ärzte waren die Götter in Weiß. Was die von sich gaben, das haben wir befolgt. Ohne wenn und aber. Das war einfach so. Und je niedriger der Stand war, desto weniger durftest du den Mund aufmachen." Viele Pflegekräfte seien für den Umgang mit kranken Patienten gar nicht ausgebildet gewesen. Deshalb habe das Pflegepersonal die Medikamentengaben meist kaum hinterfragt: "Wir waren ja regelrecht blind auf dem Gebiet. Das wurde verordnet, wir haben es ausgeführt. Die Patienten waren ja teilweise entmündigt. In den meisten Fällen war das damals eine Zwangsindikation."


Auch Pfleger waren Versuchsopfer

Einem solchen Zwang waren offenbar nicht nur Patienten ausgesetzt. Selbst das Pflegepersonal sei Teil von Versuchsreihen gewesen, berichtet der Mann – auch er selbst: "Da wurden dir Medikamente verordnet, die hast du gefuttert. Und dann wurde dir, ich meine jeden zweiten Tag, mit einer Atemmaske Sauerstoff entzogen und du musstest währenddessen Schriftproben machen. Und die wurden später ausgewertet."

Vor allem ein Raum ist es, der ihm auf seiner Station in Erinnerung geblieben ist - ein Medikamentenzimmer, das parallel zur eigentlichen Krankenhausapotheke bestand: "Das war im Grunde ein leerer Raum. Da standen die Kartons mit den Pillen drin. Und wir haben die nach Bedarf rausgeholt und zum Teil auch an andere Stationen verteilt – ohne Nachweis, so auf die Hand." Diese Medikamente hätten keinen Aufdruck mit einem Handelsnamen gehabt: "Da stand nur eine nackte Nummer drauf. Was das für Stoffe waren, wussten wir nicht. Man hat erst mit der Zeit mitbekommen, was da mit diesen Psychopharmaka passierte, die dann bei manchen Patienten in Überdosierungen endeten, auch mit gewissen Nebenwirkungen."


Medikamententests vor Markteinführung

Diese Schilderungen lassen aufhorchen. Denn bislang war vor allem bekannt, dass in Schleswig Psychopharmaka getestet wurden, die bereits auf dem Markt waren. Bei ihnen wurde zum Beispiel untersucht, wie sie bei Kindern wirken. Die Schilderungen des Pflegers deuten aber auch etwas anderes an, erklärt der Gießener Medizinhistoriker Volker Roelcke: "Das heißt, die Erprobung findet in einem Stadium statt, in dem das Medikament noch nicht auf dem Markt ist. Sondern es gibt nur eine interne Bezeichnung, und das ist eben sehr oft eine Buchstaben-Zahlen-Kombination."

Medizinische Studien aus der damaligen Zeit, die dem NDR vorliegen, deuten in dieselbe Richtung. Unter anderem wurde demnach Ende der 60er Jahre ein Wirkstoff mit der Bezeichnung "BAY-1521" in Schleswig verwendet, der nach bisherigen Erkenntnissen erst später unter dem Namen "Agedal" offiziell von Bayer auf den Markt gebracht wurde. Der Konzern erklärt, dass das Mittel erst ab 1969 offiziell vertrieben wurde. Auch der Pharmakonzern Roche bestätigt, dass eines seiner Medikamente, "Taractan", erst 1960 auf den Markt kam – nachdem in Schleswig bereits zuvor damit experimentiert worden war.


Experte: Forschung mit leicht verletzlichen Gruppen

Der ehemalige Schleswiger Pfleger befürchtet, dass seine damaligen Vorgesetzten für ihre Forschungsarbeit von Pharmafirmen entlohnt wurden. Auch Medizin-Historiker Roelcke hält dies für möglich. Belegen lasse sich das aber nicht. Für Roelcke sind diese Vorgänge die Fortsetzung einer längeren Entwicklung: Seit dem 19. Jahrhundert seien immer wieder "vulnerable", also leicht verletzliche Gruppen wie Heimkinder oder psychisch Kranke Teil von Forschungen gewesen.

Dem damaligen Pfleger aus dem Landeskrankenhaus ist erst in den vergangenen Monaten so richtig klar geworden, woran er damals mitgearbeitet hat. Sein Wunsch: "Dass das aufgearbeitet wird. In der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passiert." Das Gebäude mit dem Medikamenten-Zimmer soll demnächst abgerissen werden: "Und, tja, dann ist das damit für mich auch dann beendet."


WEITERE INFORMATIONEN

Medikamenten-Tests in Schleswig: Noch mehr Fälle

Im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig hat es mehr Medikamenten-Testreihen gegeben als bisher bekannt. Das zeigen Recherchen von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin. (23.11.2016) MEHR [ Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamenten-Tests-in-Schleswig-Noch-mehr-Faelle,heimkinder196.html ]

Wir recherchieren in Schleswig-Holstein

Reporter von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin recherchieren und erzählen gemeinsam Geschichten - multimedial, hintergründig und exklusiv. Hier können Sie uns kontaktieren. MEHR [ Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wir-recherchieren-in-Schleswig-Holstein,recherchesh100.html ]

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.05.2017 | 12:00 Uhr

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Fr Okt 06, 2017 3:38 am

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NRD.de - Nachrichten

Meldung vom Donnerstag, 5. Oktober 2017

QUELLE: http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/index.html

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KURZMELDUNGEN

Studie zu Medikamentenversuchen an Heimkindern [in Schleswig-Holstein]

Die Pläne für eine Aufarbeitung der Medikamentenversuche an Heimkindern in Schleswig-Holstein in den 60er- und 70er-Jahren werden konkreter [mit Verweis auf den diesbezüglichen Artikel vom 23.02.2017 16:59 Uhr, betitelt »Medikamentenversuche: Skandal weitet sich aus« @ http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Der-Skandal-weitet-sich-aus,medikamentenversuche116.html ]. Laut Sozialminister Heiner Garg (FDP) soll nun eine Studie offene Fragen klären. Unter anderem müsse in Erfahrung gebracht werden, ob sich die Versuche auf einzelne Psychiatrien beschränkten, oder ob es ein System gab, sagte Garg am Donnerstag im Sozialausschuss des Landtags. Die Studie ist aktuell ausgeschrieben und soll bis 2020 fertig sein. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord gibt das Land dafür 100.000 Euro aus. | 05.10.2017 18:50 Uhr
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UND HIER NOCHMALS DIE QUELLE DIESER KURZMELDUNG: http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/index.html (dort die halbe Seite runterscrollen)


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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Okt 18, 2017 2:34 am

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Martin MITCHELL hat geschrieben:.
Was der Besuch einer Beratungsstelle mit "GESUNDHEIT" und "ENTSCHÄDIGUNG" zu tun hat, ist für mich persönlich völlig schleierhaft.

QUELLE: shz.deSchleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG @ https://www.shz.de/regionales/newsticker-nord/psychopharmaka-tests-an-heiminsassen-id18076056.html :


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GESUNDHEIT

Psychopharmaka-Tests an Heiminsassen

vom 15. Oktober 2017

[ An dieser Stelle ein Archivfoto des schleswig-holsteinischen Sozialministers Landesminister Heiner Garg (FDP) am Mikrofon ]

von dpa
erstellt am 15.Okt.2017 | 12:35 Uhr

Ein Jahr nach Bekanntwerden von Medikamententests an Heiminsassen in den 1950er bis 1970er Jahren haben nur wenige Betroffene in Schleswig-Holstein Beratungsangebote angenommen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Sozialministeriums 214 Menschen gemeldet, 98 Anträge auf Anerkennungsleistungen wurden gestellt. «Die Rückmeldungen lassen erkennen, dass es für Betroffene auch nach 50 Jahren enorme Überwindung kostet, über die damalige Zeit und die Misshandlungen, zu denen auch Medikamentenversuche zählten, zu sprechen», sagte Sozialminister Heiner Garg (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. «Ich möchte sie dennoch ermutigen, die Angebote der Beratungsstelle anzunehmen.» Im vergangenen Oktober hatte die Pharmazeutin Sylvia Wagner die Psychopharmakatests unter anderem an der Schleswiger Jugendpsychiatrie des damaligen Landeskrankenhauses aufgedeckt.


FAQ zu finanzieller Entschädigung über die Stiftung [ Siehe @ http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/StiftungAuH/StiftungAuHFAQ.html#doc2131998bodyText1 ]

Studie zu Arzneimittel-Versuchen an Heimkindern
[ Siehe @ http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42079/04_Wagner_Heime.pdf (insgesamt 54 Seiten) ]


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[ GEKÜRZTE QUELLENANGABE DES GANZEN: ] https://www.shz.de/18076056 ©2017
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Darüber, ob in dieser Berichterstattung von dieser Medienorganisation und auch anderen deutschen Medienorganisationen der Begriff „Entschädigung“ hätte verwendet werden dürfen, läßt sich argumentieren. Leider missbrauchen alle deutschen Medien immer und immer wieder lauthals den Begriff „Entschädigung“ wenn es sich in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt nicht um Entschädigung handelt und auch niemand tatsächlich entschädigt wird.
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Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Okt 18, 2017 2:42 am

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Schleswig-Holstein. - Sozialminister (FDP): Heiner Garg (seit 28. Juni 2017): WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_Soziales,_Gesundheit,_Jugend,_Familie_und_Senioren_des_Landes_Schleswig-Holstein (Stand: 11. September 2017, 23:25 Uhr)

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[ QUELLE: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Garg-bittet-um-Entschuldigung-fuer-Medikamententests,medikamententests106.html ]

Stand: 16.10.2017 15:36 Uhr - Lesezeit: ca. 2 Min.

Garg bittet um Entschuldigung für Medikamententests

von Eike Lüthje, Christian Schepsmeier und Julia Schumacher

Vor einem Jahr hatte der NDR das erste Mal über dieses Thema berichtet: [ Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamentenversuche-Kritik-an-Sozialministerium,heimkinder208.html ] Ärzte im früheren Landeskrankenhaus Schleswig hatten vom Ende der 50er- bis Ende der 70er-Jahre Medikamente an Heimkindern und an psychisch kranken Erwachsenen getestet - laut NDR-Recherchen sind es mindestens 3.500 Probanden, 1.000 davon Kinder und Jugendliche. Viele der noch lebenden Opfer fordern vom Land, dass dieses Kapitel aufgearbeitet und das Unrecht anerkannt wird. Im Interview mit NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin bat nun Sozialminister Heiner Garg (FDP) um Entschuldigung für das Geschehene.

Garg: "Ich sehe mich in der moralischen Verpflichtung"

Garg sagte wörtlich: "Ich weiß, dass das, was die Menschen erlitten und erduldet haben, im Zweifel - das kann man nicht mit einer Entschuldigung wiedergutmachen. Aber trotzdem sehe ich mich in der moralischen Verpflichtung. Das tue ich auch von Herzen, mich im Namen der Landesregierung für dieses Leid zu entschuldigen."

Der Verband ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein sieht darin ein spätes, aber richtiges Signal. Die Landesregierung müsse sich jetzt daran messen lassen, ob sie eine echte Aufklärung ermögliche.

Studie soll bis 2020 fertig sein

Sozialminister Garg hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, dass eine Studie das Thema nun aufarbeiten und Fragen klären soll. Wie viele Menschen genau waren von den Tests betroffen? Welche Belege gibt es, etwa in den Archiven der Pharmafirmen und hatte der Umgang mit Psychiatriepatienten damals vielleicht System? Um das zu beantworten, wird derzeit eine wissenschaftliche Studie ausgeschrieben, sie soll bis Anfang 2020 fertig sein. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin nimmt das Land dafür insgesamt 100.000 Euro in die Hand. Vom Ergebnis dieser Studie hängt laut Garg ab, welche Maßnahmen das Land für die Opfer ergreifen wird.
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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mo Okt 23, 2017 1:33 am

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Der folgende Artikel in der ECKERNFÖRDER ZEITUNG, vom 19. Oktober 2017, bezieht sich vorwiegend auf den regionalen Heimkinder-Verein: Verein ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein e.V. ( Für Details zu diesem regionalen Heimkinder-Verein siehe @ https://www.online-handelsregister.de/handelsregisterauszug/sh/Kiel/V/Verein+ehemaliger+Heimkinder+in+Schleswig-Holstein+e.V./2009458 ; und siehe auch https://www.online-handelsregister.de/impressum ) :

QUELLE: shz.de - Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG @ https://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/kampf-und-dialog-dicht-beisammen-id18107816.html :

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VEREIN EHEMALIGER HEIMKINDER

Kampf und Dialog dicht beisammen

vom 19. Oktober 2017

Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung


Der Vorsitzende des „Vereins ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein“, Eckhard Kowalke, kritisiert das Vorgehen der „Stiftung Anerkennung und Hilfe“

[ An dieser Stelle erscheint ein Foto mit folgender Beschriftung:
„Der Eckernforder Künstler Eckhard Kowalke wurde selbst in Kinderheimen misshandelt“ ]

von Arne Peters
erstellt am 19.Okt.2017 | 05:42 Uhr


ECKERNFÖRDE | Die Geschichte ehemaliger Heimkinder in Deutschland ist eine traurige: Vor acht Jahren prangerten viele von ihnen kirchliche Einrichtungen an, in denen sie seit den 50er-Jahren misshandelt wurden. Ein Runder Tisch wurde gebildet [auf Bundesebene in Berlin: 2009/2010], an dessen Ende eine Rehabilitation und Entschädigung [???] für ehemalige Heimkinder stand. Großen Anteil daran hatte der Eckernförder Eckhard Kowalke, Vorsitzender des Vereins Ehemalige Heimkinder in Schleswig-Holstein (VEH SH). Er war als Jugendlicher selbst für drei Monate in der Kinderfürsorgeanstalt Neustatt in Niedersachsen [ sic ] untergebracht.

Vor einem Jahr wurde das nächste Kapitel aufgeschlagen: Die wissenschaftliche Abhandlung „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte“ von Sylvia Wagner beschrieb, wie insbesondere in den 1960er-Jahren in den Kinder- und Jugendpsychiatrien der Bundesrepublik Medikamente ohne die Zustimmung der Probanden verabreicht wurden, unter anderem in der Schleswiger Jugendpsychiatrie des damaligen Landeskrankenhauses. Bund, Länder und Kirchen richteten daraufhin im Dezember 2016 die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ für Menschen ein, die Leid und Unrecht in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in Heimen der Behindertenhilfe von 1949 bis 1975 erfahren hatten. Hier können Betroffene finanzielle Anerkennung erhalten, das Land hat eine regionale Anlauf- und Beratungsstelle eröffnet. Auch wissenschaftlich soll das Thema in Schleswig-Holstein aufgearbeitet werden.

Inzwischen hat Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg an Betroffene appelliert, sich zu melden und Unterstützung einzufordern (siehe EZ vom 16. Oktober). „Jedem ist klar, dass das erlittene Unrecht nicht wieder gutzumachen ist“, sagte der FDP-Politiker. „Wir müssen Betroffenen sagen, ja, auch der Staat hat damals versagt und Kinder und Jugendliche in Psychiatrien und Heimen der Behindertenhilfe nicht angemessen schützen können. Das bedaure ich sehr und dafür bitte ich im Namen der Landesregierung um Entschuldigung.“

Eckhard Kowalke vom Verein ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein ist das zu wenig. Sein Vorwurf: „Die von Gargs Vorgängerin Kristin Alheit ins Leben gerufene Stiftung ‚Anerkennung und Hilfe‘ ist nur eine Mogelpackung.“ Die Stiftung diene nur dem Zweck, die Opfer an der Wahrnehmung ihres Rechtes auf tatsächliche Entschädigung zu verhindern. Seine Forderung: Der Verein ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein müsse gleichberechtigt mit am [jetzigen schleswig-holsteinischen] Runden Tisch sitzen. Das ist zurzeit nicht der Fall; stattdessen seien „Alibi“-Heimkinder beteiligt, die in therapeutischer Behandlung seien und im täglichen Leben einen Betreuer in Anspruch nehmen müssten. „Diese Menschen sollen jetzt in der Stiftung die Rechte von 80 000 Opfern wahrnehmen, während wir als Vertreterorganisation ausgeschlossen wurden.“

Auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung heißt es aus dem Sozialministerium, dass der VEH auf Bundesebene [d.h, der seit Oktober 2004 bestehende »VEREIN EHEMALIGER HEIMKINDER e.V.«] in den Gremien der Stiftung schon vertreten sei und dass auch Interesse an einer Beteiligung im Regionalbeirat bestehe. Jedoch sei es bislang vom Verein nicht positiv beantwortet worden.

Doch der Verein kritisiert noch mehr, zum Beispiel, dass jeder Geschädigte nicht mehr als 9000 Euro Entschädigungszahlung erhalten solle. „Bei so einem geringfügigen Betrag kann man nicht von einer Entschädigung für ein zerstörtes Leben reden“, so Kowalke. Doch dieser Betrag, so der Hinweis aus dem Sozialministerium, sei in einem längeren komplizierten Prozess zwischen den an der Stiftung Beteiligten – Bund, Länder, Kirche – festgelegt worden. Eine erneute Einigung aller Akteure, um die jetzige Regelung zu verändern, sieht das Ministerium als „derzeit aussichtsloses Unterfangen“.

Nicht so den Anerkennungszeitraum vielleicht über das Jahr 1975 hinaus zu erweitern, wie von Kowalke gefordert. Zwar beruhe der Zeitraum laut Ministerium auf der bisherigen Erkenntnislage, doch sollten die derzeitigen Untersuchungen neue Erkenntnisse ergeben, „müssten diese dann auch noch einmal zu einer weiteren Bewertung führen“.

Auch bei dem Einbezug weiterer Betreuungseinrichtungen außer Psychiatrie und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gibt sich das Ministerium offen: „Es gibt einige wenige Einrichtungen, bei denen die Einordnung streitig ist. Die Forderung, diese im Rahmen der Stiftung einzubeziehen, ist zur Klärung in die entsprechenden Gremien der Bundesstiftung gegeben worden und soll dort zeitnah beraten werden.“

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Darüber, ob in dieser Berichterstattung von dieser Medienorganisation und auch anderen deutschen Medienorganisationen der Begriff „Entschädigung“ hätte verwendet werden dürfen, läßt sich argumentieren. Leider missbrauchen alle deutschen Medien immer und immer wieder lauthals den Begriff „Entschädigung“ wenn es sich in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt nicht um Entschädigung handelt und auch niemand tatsächlich entschädigt wird.


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Beitragvon Martin MITCHELL » Di Nov 07, 2017 10:05 pm

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programm.ARD.de @ http://programm.ard.de/TV/Themenschwerpunkte/Politik/Aktuelle-Reportagen/Startseite/?sendung=28226385608450

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13.11.2017 - 22:45 Uhr

Vergessene Seelen

Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden | NDR Fernsehen [ Länge: 30 Minuten ]

Die Dokumentation erzählt die Geschichte der systematischen Ausbeutung einer Gruppe besonders schutzbedürftiger Menschen. Die ehemaligen Patienten des Landeskrankenhauses Schleswig, vor allem Kinder, wurden von Ärzten und Pharmafirmen zu Versuchsobjekten gemacht - um Psychopharmaka und Neuroleptika zu testen. Ihre eigene Reputation wollten sie auf diese Weise steigern, letztlich um Profit zu machen. Der Film zeigt, wie die Betroffenen um Anerkennung ihrer Geschichte ringen und nach einer Identifizierung der Täter suchen - und welche Kräfte bis heute noch dagegen wirken.

Diese Dokumentation erzählt die Geschichte einer Gruppe besonders schutzbedürftiger Menschen, die systematisch ausgebeutet wurde: ehemalige Patienten des Landeskrankenhauses Schleswig.
Sie waren ausgeliefert. Sie wurden ausgenutzt. Ehemalige Heimkinder und Psychiatriepatienten berichten, wie sie zu Versuchsobjekten der Pharmaforschung gemacht wurden. Es geht um ein System der Ausbeutung am Landeskrankenhaus Schleswig in den 1950er- bis 1970er-Jahren.
Diese Dokumentation geht den Vorwürfen nach, im Gespräch mit ehemaligen Heimkindern, in Archiven und Bibliotheken. Das Filmteam stößt dabei auf verstörende Spuren der damals angewandten Praktiken, auf Psychopharmaka, die wahllos "an alle Neuankömmlinge" verteilt wurden, auf lebensgefährliche Nebenwirkungen bei den Patienten, auf harten körperlichen Zwang zur Einnahme der Substanzen seitens der Klinikverantwortlichen.
Die Versuche wirken bei den betroffenen Menschen bis heute nach: in körperlichem Leid und Albträumen, aber auch in deren kraftvollem Streben nach Anerkennung und Würdigung. Die Dokumentation begleitet die Betroffenen in diesem Streben und lässt sich von den glatten Fassaden der Ministerien und der Pharmaindustrie nicht blenden.

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Und siehe auch @ https://www.hoerzu.de/tv-programm/vergessene-seelen/wie-kinder-zu-versuchsobjekten-wurden/


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Beitragvon Martin MITCHELL » Sa Nov 11, 2017 5:15 am

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[ QUELLE: http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Pharmaverband-verurteilt-Medikamentenversuche,medikamentenversuche148.html ]

Stand: 10.11.2017 17:00 Uhr - Lesezeit: ca. 3 Min.

Pharmaverband verurteilt Medikamentenversuche

[ An dieser Stelle ein Foto: „Herman Kortland erwartet, dass die Pharmafirmen sich einer finanziellen Entschädigung der Opfer nicht verweigern.“ ]

Am ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig haben Ärzte in den 50er- bis 70er-Jahren zahlreiche Versuchsreihen an Kindern und psychisch Kranken durchgeführt - mit tausenden unfreiwilligen Probanden. Die Medikamentenversuche waren nach heutigen Maßstäben "eindeutig rechtswidrig" und "moralisch nicht zu vertreten". So bewertet der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) Rechercheergebnisse des NDR Schleswig-Holstein. Auf eine mögliche finanzielle Wiedergutmachung angesprochen, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Hermann Kortland: "Da gehe ich jetzt mal ins Wort: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Unternehmen in so klaren Fällen, wo es auch nachgewiesen ist und wo sie es auch zugeben, einer Entschädigung nicht zustimmen."


Mindestens 40 Versuchsreihen durchgeführt

Nach Recherchen des NDR Schleswig-Holstein haben Schleswiger Ärzte zwischen 1953 und 1977 in mindestens 40 Versuchsreihen Arzneimittel im damaligen Landeskrankenhaus an Kindern und psychisch Kranken getestet. Betroffen waren demnach mehr als 3.000 Probanden. In den Versuchen traten in zahlreichen Fällen schwere Nebenwirkungen auf. So geht es aus historischen Fachaufsätzen der Mediziner hervor.

Aufsätze belegen Zusammenarbeit mit Pharmafirmen

[ An dieser Stelle ein Foto: „Ein Gebäude des ehemaligen Landeskrankenhauses Schleswig. Die Psychiatrie war bis 2005 in Landesbesitz.“ ]

Die Präparate wurden den Recherchen zufolge teilweise vor Markteinführung erprobt. Sie stammten von großen Pharmakonzernen wie Merck, Bayer, Janssen, Roche oder Novartis beziehungsweise deren Vorgängern-Unternehmen. Die Fachaufsätze der Ärzte belegen eine direkte Zusammenarbeit zwischen Schleswiger Medizinern und Pharmafirmen. So bedankte sich einer der Ärzte bei Bayer und dem Novartis-Vorgänger Ciba für die "großzügige Überlassung von Versuchsmengen".

Ein Kollege bedankt sich bei der Industrie für die Gelegenheit, "dieses oder jenes Medikament kritisch zu erproben". Ein weiterer Arzt veröffentlichte gemeinsam mit "dem Ressort Medizin der Bayer AG Wuppertal" eine Forschungsstudie. Das Verhalten der Ärzte bewerten Medizinrechtler als eindeutig rechtswidrig. Für Pharmafirmen gibt es erst seit Ende der 70er-Jahre rechtliche Regelungen.


Konzerne reagieren abweisend

Die Pharmakonzerne reagierten abweisend auf Fragen zu einer finanziellen Entschädigung für die Opfer. Die Firma Janssen sieht "keinen Hinweis darauf", selbst Auftraggeber von Studien gewesen zu sein. In einer früheren Stellungnahme hatte das Unternehmen die Versuche in Schleswig noch als "Grundlage der Zulassung" für das Medikament Imap bezeichnet. Roche teilte mit, die Frage der Entschädigung sei spekulativ. Dem Unternehmen seien keine Studien bekannt, für die es "ursächlich verantwortlich" sei. Merck antwortete, die Frage nach Entschädigung stelle sich nicht, weil das Unternehmen nicht rechtswidrig gehandelt habe. Novartis sieht die Verantwortung bei den Ärzten in Schleswig. Vom Bayer-Konzern, dessen Medikamente in Schleswig besonders häufig getestet wurden, gab es keine konkrete Antwort auf die Frage nach einer Entschädigung.

NDR berichtet ausführlich über Recherchen

Zu den Medikamentenversuchen in Schleswig hat ein Reporterteam des NDR knapp eineinhalb Jahre recherchiert - und dafür historische Fachaufsätze ausgewertet sowie mit Betroffenen und Experten gesprochen. Die Ergebnisse haben die Autoren in einer Multimedia-Dokumentation aufbereitet [ Siehe @ http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wie-Kinder-zu-Versuchsobjekten-wurden,medikamente326.html#page=5&anim=slide ]. Am Sonntag [, 12. November 2017 ] ab 18 Uhr sendet NDR 1 Welle Nord in der Sendung "Zur Sache" ein 30-minütiges Feature zu den Recherchen mit anschließender Diskussion. Das NDR Fernsehen zeigt am Montag, 13. November [2017], um 22.45 Uhr die Dokumentation "Vergessene Seelen. Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden".

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » Mi Nov 15, 2017 7:01 am

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Aufruf und Stellungnahme von dem Evangelischen Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe, in seinem Blog, Dierk Schaefers Blog vom Di. 14.10.2017, um 22:45 Uhr (MEZ/CET), betitelt »Die Sieger schreiben die Geschichte.« @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2017/11/14/die-sieger-schreiben-die-geschichte/ :

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Die Sieger schreiben die Geschichte.

von dierkschaefer

Das stimmt immer noch. Doch nicht ganz.

»Zeitzeugen gesucht!

Für den Bayerischen Rundfunk recherchieren wir über Medikamententests an Heimkindern. Wir sind auf der Suche nach Menschen, vorzugsweise aus Bayern, die sich an Medikamentengaben erinnern können: Haben Sie den Verdacht, dass an Ihnen Experimente für die Pharmaindustrie? gemacht wurden? Können Sie sich erinnern, solchen Tests Ihr Einverständnis gegeben zu haben? Oder gab es Medikamentengaben, die Sie sich im Nachhinein nicht erklären können, beispielsweise weil Sie nicht krank waren und trotzdem Medikamente bekommen haben?

Für unsere Recherche würden wir auch gerne mit ehemaligen Mitarbeitern von Kinderheimen sprechen, die sich erinnern können, Medikamente zu Testzwecken verabreicht zu haben.

Wir möchten allen Spuren nachgehen, nach Möglichkeit die Verantwortlichen konfrontieren und Unrecht aufdecken.

Sie erreichen uns unter den E-Mail-Adressen
Christiane.Hawranek@br.de und Simon.Plentinger@br.de «


Zeitzeugen, Betroffene, Opfer schreiben Geschichte von unten. Die wird meist nicht gedruckt, aber das Internet ist ein großes Archiv und jeder kann dort Spuren hinterlassen, Spuren, die lästig sind für die Gewinner. https://dierkschaefer.wordpress.com/2010/09/09/wenn-die-ohrenzeugen-der-augenzeugen-verstummt-sind-beginnt-die-geschichtsschreibung/ Wenn dann noch jemand kommt, der über diese Spuren in größerem Rahmen berichten will – und die Mittel dazu hat – wird Geschichte lebendig. Das Buch von Peter Wensierski war so ein Weckruf und brachte die Geschichte der Kinder in kirchlichen und staatlichen Heimen ins Bewußtsein der Öffentlichkeit. All die Leugnungs- und Vertuschungsversuche der Täternachfolger liefen ins Leere, auch ihre Drohungen. Doch außer Öffentlichkeit ist nicht viel gewesen, denn am Runden Tisch unter der „Moderation“ von Antje Vollmer konnten Staat und Kirche in Tätergemeinschaft das für sie Schlimmste verhindern: Eine Entschädigung der ehemaligen Heimkinder. https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

Aber das Vertuschen hat aufgehört. Die Täter stehen im Rampenlicht – und sie machen durch die Bank eine schlechte Figur.

Im Aufruf des Bayrischen Rundfunks geht es um Kinder als Versuchskaninchen. Schon am Runden Tisch war die Rede von Medikamentengaben, die nichts mit einer Krankheit der Kinder zu tun hatten. Doch wie beim Thema Zwangsarbeit war Frau Vollmer auch dafür taub. Sie schützte die Täter. Nachdem nun Sylvia Wagner mit ihrer Arbeit dieses dunkle Kapitel publiziert hat,
http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42079/04_Wagner_Heime.pdf liegen auch diese Verbrechen offen zutage. Ich habe hier im Blog bereits im Februar 2016 darüber berichtet. https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/02/03/demenz-die-medikamente-dafuer-wurden-an-heimkindern-getestet/ , im September folgte https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/09/19/kinder-als-versuchskaninchen/ . Der Forschungsbericht von Sylvia Wagner wurde im Juni publiziert.

Am Freitag voriger Woche haben wir Helmut Jacob das letzte Geleit gegeben. Es war ihm sehr wichtig, dass die Verbrechen an den Heimkindern nicht in Vergessenheit geraten.


Ich bitte darum die Leser meines Blogs, den Aufruf des Bayrischen Rundfunks zu verbreiten und alle von den Medikamentenversuchen Betroffenen, von ihren Erfahrungen zu berichten, auch wenn nicht mehr dabei herauskommt, als das alles herauskommt.

dierkschaefer | 14. November 2017 um 22:45 | Tags: heimkinder, Heimkinder-Forschung, Medikamententests, Mediziner, Nazi-Tradition, Pharmaindustrie, schutzbefohlene, Versuchskaninchen, | Kategorien: BRD, Christentum, Deutschland, Ethik, Firmenethik, Geschichte, Gesellschaft, heimkinder, Journalismus, Justiz, Kinder, Kinderheime, Kinderrechte, Kindeswohl, kirchen, Korruption, Kriminalität, Kriminologie, Medien, Menschenrechte, Moral, News, Politik, Recht, Religion, Soziologie, Täter, Wissenschaft, | URL: https://wp.me/pulUf-2vS
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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

Beitragvon Martin MITCHELL » So Jan 21, 2018 11:35 pm

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NDR - Norddeutsche Rundfunk: Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden:
(2017/2018)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wie-Kinder-zu-Versuchsobjekten-wurden,medikamente326.html#page=0&anim=slide
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